Zolli
Das Ozeanium kommt – der dazugehörende Parkraum wohl nicht so bald

Mindestens 500'000 Besucher jährlich soll der Ozeanium-Neubau anziehen. Am besten kommen sie aber zu Fuss, denn Parkplätze sind rar.

Nicolas Drechsler
Merken
Drucken
Teilen
Hier soll weit mehr als das Ozeanium entstehen: Die Tramgeleise sollen verlegt und ein Kreisel gebaut werden.

Hier soll weit mehr als das Ozeanium entstehen: Die Tramgeleise sollen verlegt und ein Kreisel gebaut werden.

Roland Schmid

Für ein Aquarium braucht es Wasser, Fische und Fischfutter. Für ein Ozeanium braucht es etwas mehr, wie dem Ratschlag der Basler Regierung zu entnehmen ist. Und einige dieser Dinge hängen von externen Faktoren ab, auf die der Zolli, der das Grossaquarium bauen will, keinen und die Regierung nur einen beschränkten Einfluss hat. Und dann ist da noch ein Aspekt, über den offensichtlich lieber der Mantel des Schweigens gebreitet wird, weil er politisch ziemlich heikel ist.

Derjenige der Besucher, die mit dem Auto ankommen. Das geplante Parking Erdbeergraben betrifft jenes Thema, über das in Basel am liebsten gestritten wird: Parkplätze. Da kreisen jeweils die politischen Haie und darum versucht die Regierung sich hier wohl auch als Tintenfisch und trübt etwas die Sicht. Bereits im Ratschlag zum Nachtigallenwäldeli und zur Heuwaage hatte der Regierungsrat 2010 ein Grundstück im Baurecht ausgeschieden, das der Zolli dereinst für sein Parking nutzen könnte.

Hier sollen knapp fünfhundert Parkplätze entstehen, die jene auf dem heutigen Zolliparkplatz ersetzen sollen. Denn der Zolli will diese Fläche als Tiergarten und nicht mehr als Parkplatz nutzen und so auch eine Verbindung hin zum Nachtigallenwäldeli und damit weiter zum Ozeanium schaffen.

Ausstellung zur Visualisierung des Ozeaniums.
15 Bilder
Ausstellung zur Visualisierung des Ozeaniums.
Ausstellung zur Visualisierung des Ozeaniums.
Ausstellung zur Visualisierung des Ozeaniums.
Ausstellung zur Visualisierung des Ozeaniums.
Ausstellung zur Visualisierung des Ozeaniums.
Ausstellung zur Visualisierung des Ozeaniums.
Computervisualisierung des Ozeanium Projektes des Zoo Basel
Der Zoo Basel sieht das Ozeanium als perfekte Ergänzung zum bestehenden Vivarium. Offener Ozean Aquarium
Das geplante Ozeanium wird reich sein an Attraktionen. Schwarm-Aquarium
Ozeanium des Zolli Basel: Das Projekt «Seacliff» hat den Architekturwettbewerb gewonnen.
Ozeanium des Zolli Basel: Das Projekt «Seacliff» hat den Architekturwettbewerb gewonnen.
Ozeanium des Zolli Basel: Das Projekt «Seacliff» hat den Architekturwettbewerb gewonnen.
Ozeanium Visualisierung
So soll das Ozeanium aussehen. (Visualisierung)

Ausstellung zur Visualisierung des Ozeaniums.

Zoo Basel

Das Schweigen im Wäldeli

Seither ist in dieser Sache wenig geschehen, auch wenn dem Vernehmen nach der Zolli eigentlich ein fertiges Projekt in der Schublade hätte. Bevor dieses seinen Weg zur Regierung gefunden hat, werde man nicht tätig, heisst es im Bau- und Verkehrsdepartement. Sprecher Daniel Hofer sagt, es werde dann ein gesonderter Ratschlag an das Parlament verfasst. Das Abwarten des Zolli erklären Insider damit, dass man fürchte, die Gegnerschaft würde zu gross, wenn man das Ozeanium und ein Parking zusammen verknüpfen würde. Dann könnten sich Politiker auf die Seite der Gegner schlagen, die bisher nicht gegen das Ozeanium Position beziehen. Insbesondere, wenn das Parking nochmals wachsen würde. Ursprünglich hatte der Zolli einen Bedarf von 350 Plätzen angemeldet, dann wurden daraus 495. Und etliche bürgerliche Politiker sind der Ansicht, das sei immer noch deutlich zu wenig für die bis zu 800 000 Besucher, die pro Jahr erwartet werden. Und selbst wenn das Parking Erdbeergraben kommt, müsste der Zolli dort vermutlich auch noch Plätze für Fremdmieter abgeben.

Velo- und Tramverkehr

So kommt es, dass die Regierung nun einen Ratschlag vorlegt, der detailliert darauf eingeht, wie die Verkehrsführung an der Heuwaage in Zukunft aussehen soll, und sogar, dass für das Ozeanium mindestens 70 Veloparkplätze erstellt werden müssen. Für den motorisierten Verkehr dagegen wird nur beschrieben, wo die Autos in Zukunft durchfahren dürfen, nicht aber, wo sie abgestellt werden können.

Doch nicht nur beim Autoverkehr gibt es offene Fragen, sondern auch bei der Liniengestaltung der Trams. Hier will der Regierungsrat die heutige Tramschlaufe aufheben und die Geleise in die Mitte der Binningerstrasse verlegen. Dazu braucht es aber eine alternative «grosse Wendeschlaufe», die in die Innere Margarethenstrasse führen soll und von dort zum geplanten Margarethenstich. Wird dieser im September an den Baselbieter Urnen abgelehnt, ist der Plan hinfällig. Das würde zwar nach Aussagen der Regierung das Ozeanium nicht gefährden, wohl aber die Umgestaltung der Heuwaage.

Diese sähe auch einen Kreisel für den Strassenverkehr vor, der neue Verkehrsbeziehungen ermöglichen soll. Der Kreisel kann aber nur gebaut werden, wenn der Margarethenstich kommt. Es wird wohl mehr als eine Volksabstimmung brauchen, bis klar ist, was an der Heuwaage nun wirklich entstehen kann.