Sandgruben-Schulhaus

Das perfekte Harmos-Schulhaus

Pünktlich zum Schulbeginn ist das neue Sekundarschulhaus Sandgruben fertig. Es ist optimal nach den Anforderungen von Harmos eingerichtet.

An der Schwarzwaldallee 161 in Basel ziehen am Montag 570 Schülerinnen und Schüler ein. Das neue Sekundarschulhaus Sandgruben ist gestern feierlich eröffnet worden. Es ist der grösste Schulhausneubau im Kanton Basel-Stadt seit dem Bau der Schulanlage Bäumlihof 1972. Noch sind die Handwerker und die Lehrer am Schleifen, Polieren und am Einräumen.

«Ich habe lange den Traum gehabt, einmal so eine Schule zu eröffnen», sagte Schulleiter Götz Arlt gestern vor der Lehrerschaft und den Projektbeteiligten in der Aula mit der blutroten Decke. Arlt ist froh, dass der Neubau trotz grossen Hindernissen so reibungslos verlief: «Es war eine Punktlandung.» Eine Punktlandung ist der Neubau nicht nur zeitlich, zum Beginn des neuen Schuljahres, sondern auch finanziell.

Der ursprüngliche Kredit von 60 Millionen Franken reichte nach dem Architekturwettbewerb nicht mehr aus. In Basel-Stadt werden aber für die Umstellung auf die Schulharmonisierung Harmos 49 Schulhäuser für rund 800 Millionen Franken erneuert. Die Planer des Sandgrubenschulhauses mussten deshalb die geplanten Kosten von 71,5 Millionen wieder um zehn Millionen senken und haben sich an die 60 Millionen gehalten.

Farbtupfer im Betongrau

Dennoch ist das Schulhaus auch architektonisch eine Punktlandung. Die Turnhalle etwa sollte ursprünglich als Fünffachhalle gebaut werden. Im Zuge der Kostenoptimierung wurde daraus doch eine Dreifachhalle. Diese hat dafür ausziehbare Zuschauertribünen und einen eigenen Eingang für die Sportvereine, die abends hier trainieren. Die Umkleidekabinen sind leuchtend blau. Das ist einer von vielen Farbtupfern, die sich durch das ganze Schulhaus ziehen. Die Bibliothek ist eine grüne Höhle, die Toiletten sind orange gekachelt, Aula und Mensa haben eine rote Decke. Die restlichen Räume sind bewusst betongrau oder naturfarben, um nicht vom Lernen abzulenken. «Die Schüler sollen das Haus mit Leben und Farben füllen», sagt die Architektin Juliane Grüninger von Stücheli Architekten.

Die Schule nach Harmos hat grosse Auswirkungen auf die Architektur: Es gibt keine eigentlichen Klassenzimmer mehr, sondern «Lernlandschaften», wo die Schüler alters- und niveauübergreifend – und teilweise selbstständig – lernen. Daneben gibt es kleine Input- und Gruppenräume, in denen es auch klassischen Frontalunterricht gibt. Für die Tagesstrukturen wurde die Mensa in Modulbauweise mit der Aula verknüpft. So hat die Schule bei Bedarf einen grosszügigen Saal zur Verfügung. Das Foyer dient als Begegnungsfläche und «Wohnzimmer» der Schule.

«Die grösste Herausforderung war, nicht den Überblick in diesem komplexen Bau zu verlieren», sagt Grüning. «Es braucht viel, bis jedes Detail da ist, wo es hingehört. Eine Schule baut man nicht alle Tage.» Das Schulhaus ist gelungen. Am 24. September gibt es ein grosses Schulhausfest und für die Bevölkerung die Gelegenheit, sich das neue Haus an der Schwarzwaldallee von innen anzuschauen. Es lohnt sich.

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