GGG Basel

Das Provisorium der Stadtbibliothek ist zu dunkel, zu klein und zu eng

Das gegenwärtige GGG-Provisorium im Soussol an der Sternengasse entfacht keine Freudenstürme. cfe

Das gegenwärtige GGG-Provisorium im Soussol an der Sternengasse entfacht keine Freudenstürme. cfe

Die Stadtbibliothek GGG ist für 18 Monate ins Exil im Kirschgarten gezogen. Die Situation wird viel mehr geduldet als geliebt. Angestellte freuen sich bereits jetzt auf die Rückkehr in den Schmiedenhof in 16 Monaten.

Auf den ersten Blick ist die ehemalige Lidl-Filiale an der Sternengasse, die derzeit als Provisorium für die GGG genutzt wird, ein Glücksfall: Die Lage ist zentral, in fünf Minuten zu Fuss vom Bahnhof SBB erreichbar, und diverse Trams (Linien 2, 8, 10, 11) halten in unmittelbarer Nähe.

«Wir freuen uns, wenn wir zurück können», sagt jedoch ein Angestellter der Stadtbibliothek. Diese musste Ende letzten Jahres wegen des 14-Millionen-Franken-Umbaus ihren eigentlichen Standort im Schmiedenhof räumen und für 18 Monate ins Exil im Kirschgarten ziehen.

Mit 1400 Quadratmetern bietet das Provisorium gleich viel Fläche wie bisher. «Die Fläche ist vielleicht gleich gross, trotzdem ist alles enger hier, die Regale stehen viel näher beieinander», erzählt der Mitarbeiter weiter. Das Problem ist schnell gefunden: Von der total zur Verfügung stehenden Fläche braucht die Kinderecke viel Platz, der folglich nicht mehr für die auszuleihenden Medien zur Verfügung steht.

Zum renovierten Schmiedenhof ist das Provisorium ohnehin kein Vergleich: Nach dem Umbau wird die Stadtbibliothek dort ab Mitte 2015 ein 2100 Quadratmeter grosses Zentrum vorfinden, um sämtliche Bücher, CDs, DVDs, Zeitschriften und Comics zu präsentieren.

Doch der Platz ist nicht das einzige Problem. Das Provisorium ist im Soussol und daher «viel zu dunkel», wie der Angestellte wenig begeistert sagt und gleich weiter ausführt: «Es ist auch zu heiss hier unten und die Luft ist stickig.» Mit seiner Meinung steht er nicht alleine da. Auch andere Mitarbeiter blicken mit Freude auf die Rückkehr ins alte Zuhause: «Wir gehören einfach in den Schmiedenhof. Die Leute wussten, wo sie uns finden konnten. Die jetzige Lage zieht meines Erachtens auch nicht mehr Besucher an als sonst. »

«Das Gebäude ist unattraktiv»

Urs Welten, Kommissionspräsident der Stadtbibliothek, erklärte in einem früheren Gespräch, die GGG sei «hinter dem Zoo die Institution mit den meisten Besuchern». Dementsprechend sei die Meinung der Besucher wichtig. Und hier scheiden sich die Geister: Während die einen begeistert sind, sind andere froh, dass die momentane Situation nur noch 16 Monate dauert. «Ich finde das Gebäude unattraktiv», sagt eine Stammkundin. Hinzu komme, dass alles neu geordnet sei und die gewünschten Medien länger gesucht werden müssten. Das Provisorium scheint mehr geduldet als geliebt.

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