400 bis 500 Tonnen Abfall sammelt die Stadtreinigung Basel jährlich am Rheinufer ein. In den Sommermonaten sind es etwa fünf Tonnen täglich. Bisher wird der Müll nicht rezykliert, sondern ungetrennt verbrannt. Weil das alles andere als nachhaltig ist, hat die Stadtreinigung im Juli ein dreimonatiges Pilotprojekt zur Wertstofftrennung am Basler Rheinufer gestartet.

An acht Standorten im Kleinbasel zwischen Wettstein- und Dreirosenbrücke standen der Bevölkerung Trennsysteme zur Verfügung. Dort konnte jeder PET, Aludosen und Glasflaschen separat entsorgen.

Nun ziehen die Verantwortlichen eine nüchterne Bilanz. Insgesamt nur sieben Tonnen Abfall (Glas: 6200 Kilogramm, Alu: 650 Kilogramm, PET: 550 Kilogramm) wurden in die Trennsysteme gegeben. Also nur rund zwei Tonnen mehr als die Müllmenge, die an einem einzigen Tag am Rhein zurückgelassen wird. Dazu kommt, dass längst nicht alle Wertstoffe recycelt werden konnten. Viele Flaschen und Dosen landeten nach wie vor in den grossen blauen Abfallcontainern und nicht in den aufgestellten Trennsystemen. Das zeigten Untersuchungen des Abfalls in den Containern.

Keinen Einfluss auf Littering

Auch zum Litteringverhalten konnte kein positiver Zusammenhang hergestellt werden. «Es landete nicht spürbar weniger Abfall auf dem Boden. Offenbar trennen vor allem diejenigen Nutzerinnen und Nutzer ihren Abfall, welche diesen nicht auf der Strasse liegen lassen», heisst es in einer Medienmitteilung des Basler Bau- und Verkehrsdepartements.

«Wir sind ohne Erwartungen in dieses Pilotprojekt gegangen. Aber es hätte schon mehr Müll in den Trennstationen landen müssen, um dieses System langfristig weiterzuführen. Unser Ziel ist die Wertstofftrennung der Abfälle. Das hat sich durch das Pilotprojekt nur dünn erfüllt», sagt Dominik Egli, der Leiter der Stadtreinigung. Deswegen wurden die acht Trennstationen wieder eingesammelt und sollen auch im nächsten Jahr nicht wieder aufgestellt werden.

Um das Ziel der Stadtreinigung doch noch zu erreichen, soll im Sommer 2018 ein zweites Pilotprojekt durchgeführt werden, bei dem die Abfälle nachträglich sortiert werden. Erst nach einer Kosten/Nutzen-Analyse der beiden Pilotprojekte wird entschieden, welches der zwei Systeme – Wertstofftrennung durch die Nutzerinnen und Nutzer oder nachträgliche Wertstofftrennung – umgesetzt werden soll.

Nachträgliche Trennung besser?

Weil sich die Erwartungen an das erste Pilotprojekt «Wertstofftrennung durch die Nutzer» nicht erfüllt haben, ist auch nicht damit zu rechnen, dass man in Zukunft noch einmal auf dieses Trennungssystem zurückgreift. Vielmehr setzen die Verantwortlichen jetzt darauf, dass sich eine nachträgliche Wertstofftrennung lohnt. Wo genau, wer, wie den gesammelten Müll trennt, ist noch unklar. Fest steht lediglich, dass die Stadtreinigung Basel den Auftrag an Private weitergeben wird.