Pierre de Meuron vom Architekturbüro Herzog & de Meuron baute den vergangene Woche eröffneten Erweiterungsbau der «Tate Modern» in London.

«Der Brexit ist schon sehr bitter. Man hat ja schon immer gehofft, dass es nicht so kommt. Letzte Woche in London waren alle Menschen, mit denen wir zu tun hatten, gegen den Brexit und befürchteten im Falle einer Annahme das Gröbste. Jetzt ist es doch soweit gekommen. Was das für Auswirkungen haben wird? Wer kann das schon wissen. Ich bin kein Hellseher. Ich finde es nicht gut, wie sich die Welt jetzt abschottet. Wir haben verschiedene Projekte in London. Werden die jetzt weitergeführt oder nicht? Es herrscht Ungewissheit!» (Se)

Felix Rudolf von Rohr ist Vorstandsmitglied des Vereins British Friendship Basel. Ausserdem lebt seine Tochter, die er oft besucht, in Schottland.

«Ich bin nicht überrascht, dass es so rausgekommen ist. Überrascht kann man ja gar nicht sein, die Prognosen deuteten schon früh auf ein enges Ergebnis hin. Aber ich bin enttäuscht, da mein Herz für Schottland schlägt. Wenn etwas nicht funktioniert, dann kann man entweder daran arbeiten oder hinausschleichen, was die Briten nun machen. In der Schweiz würde man nun von einem Röstigraben sprechen: Die Schotten waren gegen einen Ausstieg, die Engländer dafür. Was der Brexit nun für Basel heisst, kann ich nicht beurteilen.» (tmü)

Christoph Brutschin ist neben seinem Amt als Regierungsrat auch Fan des englischen Fussballs und besucht immer mal wieder Spiele der Premier League.

«Ich nehme den Entscheid zur Kenntnis, der aus einem demokratischen Verfahren ermittelt wurde, auch wenn ich mir diesen anders erhofft habe. Der Brexit hat Auswirkungen auf die ganze EU, Grossbritannien, die Schweiz und besonders auch für die Region Nordwestschweiz. Basel als Grenzstadt ist natürlich direkt von diesem Entscheid betroffen, da viele Arbeiter aus dem Ausland kommen, die hier angestellt sind. Ich persönlich war vor allem vom Ergebnis in Wales überrascht. Ich habe eigentlich damit gerechnet, dass dort der Austritt abgelehnt wird.» (tmü)

Suzanne Campbell-Wenger, Unternehmerin und Journalistin, wurde in Ormalingen geboren, lebt aber seit 39 Jahren in der Nähe von London.

«Der Ausstieg ist ein ‹Bad move›: Die Brexit-Befürworter haben absolut keinen Plan, wie es nun weitergehen soll. Das englische Volk ist teilweise äusserst rebellisch: Viele haben den Freitag als ‹Independence Day› gefeiert – dabei könnte sich noch herausstellen, dass das ein Schuss ins eigene Knie war. Die Schweizer Botschaft hat noch am Freitag alle registrierten Schweizer, die in England wohnen, kontaktiert und eine Helpline eingerichtet. Für mich wird sich nicht viel ändern, ich bin Doppelbürgerin. Trotzdem bin ich enttäuscht.» (BWI) 

Alan Chalmers ist in Glasgow geboren und war bis 2013 britischer Honorarkonsul in Basel. Er führt ein Beratungsunternehmen für Pharmafirmen in Allschwil.

«Der Entscheid für den Brexit ist überraschend gekommen, auch wenn man gewusst hat, dass es sehr knapp wird. Bis gestern spät am Abend hat alles darauf hingewiesen, dass das ‹Remain›-Lager gewinnt. Vor allem die Klarheit des Resultats ist überraschend, das habe ich so auch nicht erwartet. Aber das beweist, dass am Ende nur das gilt, was in der Urne liegt – das ist Demokratie. Ich bin überrascht, aber ich bleibe cool.

Für die Pharmabranche und ihre britischen Angestellten in Basel wird sich kurzfristig nicht viel ändern. In den Pharmafirmen ist die Vielfalt so gross, das sich die Unternehmen wegen der Fachkräfte keine Sorgen machen müssen. Für meine Firma ändert sich vorerst auch nicht viel, die Mehrheit meiner Firmenkunden sind Schweizer. In der kommenden Woche bin ich bei einer Konferenz in Cambridge. Die Pharmaindustrie ist auch für Grossbritannien wichtig, es ist einer der grössten Exportzweige des Landes. Der Handel zwischen dem Vereinigten Königreich und der Schweiz wird wahrscheinlich weniger beeinträchtigt – schwieriger wird es mit den EU-Ländern. Grossbritannien wird vermutlich auch weiterhin eng mit der EU zusammenarbeiten, aber neue Handelsabkommen, Tarife und Mehrwertsteuern festlegen müssen. Auf jeden Fall wird alles komplizierter. Ich beneide die Leute nicht, die das aushandeln müssen.

Es wurde hart gekämpft, es gab kontroverse Meinungen. Aber es ist der Wille der Mehrheit der britischen Bevölkerung, Das wird akzeptiert – das ist auch etwas traditionell Britisches. Vielleicht wird der Entscheid auch etwas Gutes für die Schweiz bringen. Wir müssen auf jeden Fall alle gemeinsam den richtigen Weg nach vorne finden.» (AF.)