Überrascht
Das sagt Regierungsrat Brutschin zu den Abgängen bei den IWB

Umbruch bei den Industriellen Werken Basel (IWB). Verwaltungsratspräsident Michael Shipton nimmt den Hut und CEO David Thiel geht im Streit. Das sagt Wirtschaftsdirektor Christoph Brutschin zu den personellen Veränderungen.

Jonas Hoskyn
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Christoph Brutschin

Christoph Brutschin

Nicole Nars-Zimmer niz

Herr Brutschin, wie sehr hat Sie der Doppelabgang an der IWB-Spitze überrascht?

Christoph Brutschin: Für mich kam der Abgang von Verwaltungsratspräsident Michael Shipton unerwartet. Die Trennung von CEO David Thiel ist ja Sache des Verwaltungsrates. Aber klar: Durch die Doppelvakanz hat sich die Notwendigkeit verstärkt, rasch eine Lösung zu finden, um ein allfälliges Führungsvakuum zu vermeiden. Mir war klar, dass ich nun reagieren musste.

Die offizielle Begründung für den Rücktritt von Herrn Shipton tönt sehr schwammig.

Unterschiedliche Auffassungen in Führungsfragen innerhalb des Verwaltungsrats – das ist der Grund, den er mir angegeben hat, und das habe ich so zu respektieren.

Offenbar sind im Verwaltungsrat ziemlich die Fetzen geflogen.

Ich bin selber nicht mehr Mitglied, insofern kann ich das nur beschränkt beurteilen. Aber es gab schon als ich von 2010 bis 2012 im Verwaltungsrat sass, intensive Diskussionen. Das ist aber per se kein Nachteil. Reibung erzeugt ja schliesslich Wärme. Auseinandersetzungen gehören dazu. Aber offenbar haben diese derart an Intensität zugenommen, dass Michael Shipton zur Auffassung gelangt ist, er könne das Gremium nicht mehr führen.

Sie haben beschlossen, künftig auf Aeneas Wanner (GLP) und Bernhard Madörin (SVP) zu verzichten.

Der Entscheid ist mir nicht leicht gefallen. Aeneas Wanner und Bernhard Madörin haben gute Arbeit geleistet. Es war auch kein Entscheid gegen die zwei, sondern für die Neuen und die Kompetenzen, die sie mitbringen. Ich konnte den Verwaltungsrat ja auch nicht einfach auf neun Personen erweitern.

Unter dem Strich fliegen je ein Vertreter der SVP und der GLP aus dem Verwaltungsrat. Ihre Parteikollegen Rudolf Rechsteiner und Beat Jans verbleiben aber im Gremium und auch der neue Präsident Benedikt Weibel ist Mitglied der SP.

Mit diesem Vorwurf muss ich leben. Aber es ist nicht mein Ziel, Ämter aufgrund politischer Zugehörigkeit zu vergeben. Mit Parteipolitik haben die aktuellen Veränderungen im IWB-Verwaltungsrat herzlich wenig zu tun.

Herr Weibel ist bis Ende 2018 gewählt, also eine Übergangslösung.

So habe ich die nötige Zeit, um längerfristig die richtige Person für das Amt zu finden. Die Abmachung ist, dass Benedikt Weibel den neuen Verwaltungsrat funktionsfähig hält und für die IWB einen neuen CEO sucht. Ich brauchte jemanden, der wie man auf Baseldeutsch sagt, «ind Hoose stiggt». Leute wie ihn, die nachweislich einen solchen Betrieb führen können und auch noch zeitlich Kapazität haben, gibt es nicht wie Sand am Meer.

Weibel ist auch Verwaltungsrat der Schweizerischen Rheinhäfen. Besteht das nicht die Gefahr von Interessenskonflikten?

Ich wüsste nicht wie. Durch die Befristung ist auch klar dokumentiert, was die Aufgabe ist. Angesichts der Notwenigkeit war diese Doppelfunktion kein Hinderungsgrund – zumal es auch juristisch kein Problem ist, da der Hafen nicht alleine in Besitz des Kantons Basel-Stadt ist.

Ist mit diesen personellen Wechseln das Thema IWB für Sie erledigt oder sind noch weitere Schritte nötig?

Ich bin mit der Ausrichtung und der Leistung der IWB sehr zufrieden. Jetzt ist der Verwaltungsrat gefordert, einen neuen CEO zu finden. Meine Aufgabe ist es, nächstes Jahr jemanden zu suchen, der den strategischen Teil ab dem 1. Januar 2019 übernimmt.