Spargelernte
Das schlechte Wetter verteuert die Spargeln in den Restaurants der Region

Wegen des schlechten Wetters hat in diesem Jahr die Spargelernte mehrere Wochen später begonnen. Das schadet der Qualität der Spargeln nicht. Da aber die Ernte geringer ausfällt, müssen die Kunden tiefer in die Tasche greifen.

Peter Schenk und Muriel Mercier
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Die Spargelernte hat mit Verspätung begonnen - die Qualität stimmt aber.

Die Spargelernte hat mit Verspätung begonnen - die Qualität stimmt aber.

Keystone

Dieses Jahr müssen sich die Spargelfreunde nicht nur gedulden, sondern auch tiefer in die Tasche greifen. Die Ernte hat aufgrund des schlechten Wetters mit dreiwöchiger Verspätung angefangen. Da es weiterhin immer wieder regnet, klagen die Spargelbauern über die quantitativ schlechte Ernte. «Wir brauchen dringend Sonne und Wärme. Derzeit ernten wir nur ein Drittel der Vorjahresmenge», erklärt Jean-Jacques Nonnenmacher, Präsident des Verbandes für die Förderung des elsässischen Spargels. Das letzte Mal sei das Jahr 1987 so schlecht gewesen.

Auf die Qualität der regionalen Delikatesse hat das Wetter keinen negativen Einfluss ausgeübt. «Sie ist gut», freut sich Lorenz Boll, beim Erzeugergrossmarkt im badischen Oberrotweil für den Verkauf zuständig. Walter Girroy, Spargelbauer aus Village-Neuf, hat am 17. April mit der Ernte begonnen. Er beliefert drei elsässische Restaurants und setzt die meisten Spargeln im Direktverkauf ab. «Da wir aber nur 40 Prozent gegenüber einem normalen Jahr ernten, haben wir nicht genügend Spargeln für alle Kunden.» Ohne Reservierung laufe gar nichts. Girroy klagt auch, dass die Ernte länger dauere. «Wir stehen regelrecht im Schlamm.»

Spargeln waren anfangs sehr teuer

Angela Gerold, die den Markt für den Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverband beobachtet, stellt fest: «Die Leute haben den Produzenten die ersten Spargeln aus den Händen gerissen.» Vor einer Woche habe sie Preise von 18 Euro das Kilo gesehen. Die ersten Spargeln seien in die Gastronomie gegangen. Da es in den letzten Tagen etwas wärmer war, konnten jetzt mehr Spargeln geerntet werden.

Der Preis hat sich mittlerweile beruhigt und im Badischen wie im Elsass bei 8.50 Euro bis 9.50 Euro das Kilo eingependelt. Der Markt sei aufgrund der schlechteren Ernte allerdings weiterhin unterversorgt, betont Lorenz Boll vom Erzeugergrossmarkt. Die Preise seien aber stabil. Walter Girroy aus Village-Neuf ist aufgefallen, dass die Kunden zunehmend qualitativ hochstehende Spargeln suchen, die so frisch wie möglich direkt vom Erzeuger kommen. «Das ist ja eine sehr positive Entwicklung», freut er sich.

Die Erntehelfer sind bereit

Auch im Baselbiet fiel die Spargelernte bis jetzt spärlich aus. Zwei Wochen sei er hintendrein, sagt Thomas Wiesner, Betreiber von Wiesner's Beeriland aus Bottmingen. 17 Grad müsse die Bodentemperatur haben - und zwar bis 15 Zentimeter in die Tiefe. Wiesners Problem: «Meine Erntehelfer sind alle da und wären bereit.» Normalerweise würden sie jeden Tag ernten, jetzt lohne es sich nur jeden zweiten. Der Spargelbauer bewirtschaftet auch ein Erdbeerenfeld. Nun müssen diese beinahe gleichzeitig mit den Spargeln geerntet werden. «Eine solche Zeitverschiebung habe ich noch nie erlebt.» Er erinnert sich aber gut an vergangenes Jahr, als ihm zwei Hektaren Brombeeren erfroren sind.

Auf dem Tannerhof in Biel-Benken muss Georges Tanner seine Kundschaft vertrösten. Er hat grüne Spargeln. Diese brauchen sicher 20 Grad, weil sie - im Vergleich zu den weissen - nicht auf einem Erdwall angepflanzt werden. Tanner verkauft Spargeln nicht an Restaurants, sondern direkt an Kunden auf den Märkten in Reinach und Bottmingen. Ertragsmässig sieht er noch nicht schwarz, denn die Spargelsaison gehe durch den späten Start länger.

Eine Spargelsaison beginnt in der Regel gegen den 10. April und dauert um die acht Wochen. Letztes Jahr war im Elsass aufgrund des warmen März schon am 24. März Erntestart. «Dieses Jahr könnten wir die Saison in den Juni verlängern», sagt Nonnenmacher von der Förderung des elsässischen Spargels. «Ich bin mir aber nicht sicher, ob die Kunden dann noch Spargeln möchten.» Optimistisch schaut Lorenz Boll in die Zukunft. Er glaubt, dass die Menge der Spargelernte nach Pfingsten anziehen wird. Und auch die Baselbieter Spargelbauern gehen davon aus, dass sie nächste Woche arbeiten werden.

Die Restaurants in der Region Basel bieten bereits Spargeln an

Restaurant Löwenzorn, Basel Am Gemsberg werden zurzeit Spargeln aus Spanien serviert. «Wir warten immer auf die Spargeln aus dem Badischen, weil wir regionale Produkte anbieten wollen», sagt Geschäftsführer Alain Lerjen. Da es aber zu wenige gibt, seien diese doppelt so teuer. Das Interesse bei seinen Gästen sei gross. «Wir verärgern niemanden. Aber wir werden auf die Badischen wechseln, wenn sie kommen.» (mum)

Restaurant Löwenzorn, Basel Am Gemsberg werden zurzeit Spargeln aus Spanien serviert. «Wir warten immer auf die Spargeln aus dem Badischen, weil wir regionale Produkte anbieten wollen», sagt Geschäftsführer Alain Lerjen. Da es aber zu wenige gibt, seien diese doppelt so teuer. Das Interesse bei seinen Gästen sei gross. «Wir verärgern niemanden. Aber wir werden auf die Badischen wechseln, wenn sie kommen.» (mum)

bz
Restaurant Weiherhof, Basel Auch im Restaurant Weiherhof wartet man auf die Spargeln aus dem badischen Raum. Dennoch ist die Auswahl an Spargelgerichten an der Neuweilerstrasse gross. «Wir haben sensationelle Spargeln aus Südfrankreich eingekauft», erklärt Restaurantinhaber Ruedi Spillmann. Er werde aber auf die Badischen wechseln, sobald man diese zu einem guten Preis erhalten könne. (mum)

Restaurant Weiherhof, Basel Auch im Restaurant Weiherhof wartet man auf die Spargeln aus dem badischen Raum. Dennoch ist die Auswahl an Spargelgerichten an der Neuweilerstrasse gross. «Wir haben sensationelle Spargeln aus Südfrankreich eingekauft», erklärt Restaurantinhaber Ruedi Spillmann. Er werde aber auf die Badischen wechseln, sobald man diese zu einem guten Preis erhalten könne. (mum)

bz
Wirtschaft Fünfschilling, Fischingen (D) Der Fünfschilling Hof im südbadischen Fischingen bietet seit anderthalb Wochen eine Spargelkarte an. Küchenchef Felix Wildenberg verarbeitet am Tag durchschnittlich 300 Kilo des edlen Gemüses, bei schönem Wetter kann es auch mehr werden. Die Spargeln kommen von unterschiedlichen südbadischen Produzenten zwischen Emeldingen und Emmendingen bei Freiburg. (psc)

Wirtschaft Fünfschilling, Fischingen (D) Der Fünfschilling Hof im südbadischen Fischingen bietet seit anderthalb Wochen eine Spargelkarte an. Küchenchef Felix Wildenberg verarbeitet am Tag durchschnittlich 300 Kilo des edlen Gemüses, bei schönem Wetter kann es auch mehr werden. Die Spargeln kommen von unterschiedlichen südbadischen Produzenten zwischen Emeldingen und Emmendingen bei Freiburg. (psc)

bz
Restaurant au Tilleul, Saint-Louis Bourgfelden (F) Das Restaurant au Tilleul in Saint-Louis Bourgfelden liegt wenige Gehminuten von der Endstation Burgfelden Grenze des 3er-Trams und hat laut Eigentümer Manfred Schweizer in der Regel 40 Prozent Schweizer Gäste, am Abend mehr. Er verarbeitet in seinem Restaurant wöchentlich 100 Kilogramm Spargeln aus der Region. Es gibt sieben verschiedene Spargelgerichte auf der Karte. (psc)

Restaurant au Tilleul, Saint-Louis Bourgfelden (F) Das Restaurant au Tilleul in Saint-Louis Bourgfelden liegt wenige Gehminuten von der Endstation Burgfelden Grenze des 3er-Trams und hat laut Eigentümer Manfred Schweizer in der Regel 40 Prozent Schweizer Gäste, am Abend mehr. Er verarbeitet in seinem Restaurant wöchentlich 100 Kilogramm Spargeln aus der Region. Es gibt sieben verschiedene Spargelgerichte auf der Karte. (psc)

bz