Er quillt über, er tropft, er dampft und egal, wie man diesen Chäsbängel hält, das Ding ist einfach nicht einfach zu essen. Vom ganzen Messe-Essen hat das mit geschmolzenem Käse gefüllte Stück Brot geradezu Kultstatus erlangt: Seit 13 Jahren nun verkauft Stefan Suter von der Wirtschaft Zihlmann in Biel-Benken seinen Bängel an der Herbstmesse.

Und die Kundschaft bleibt ihm treu. So treu, dass er in den vergangenen Jahren stets weiter ausbauen musste. Oder eben: Durfte. Das Geschäft mit dem Chäsbängel und dem Wurschtchnebel sei zu einem kleinen Business geworden, sagt er.

Neuheiten werden zur Tradition

Natürlich, die Herbstmesse bietet eine Unzahl an Klassikern der Standkulinarik. Käskiechli, Rosekiechli und Würste gehören da sowieso dazu. Aber dann haben sich auch die Neuheiten etabliert. Die Sennehörnli, etwa, die es wie den Chäsbängel am Petersgraben gibt. Oder der Schwenkgrill auf dem Kasernenareal. Sie alle haben mal als Neuheit angefangen und sind, heute kaum mehr wegzudenken, von der Mäss.

Suter arbeitet selbst am Stand, packt an, wo es Hilfe braucht oder, wie er sagt: «Ich bin gern da, wo es brennt.» Und sonst steht er an der Kasse, redet mit den Kunden. Ab und zu füllt er auch den Käse ins Brot, aber das sei nicht unbedingt sein Lieblingsjob. «Da gibt es andere, die das besser können», meint er. Überhaupt, das Brot: «Das Schwierigste ist, das richtige Brot für den Chäsbängel zu finden. Es muss möglichst keine Löcher haben.» Denn der flüssige Käse soll nur oben rauskommen. Selbst von dort ist die Sauerei noch gross genug.

Ob er das den Leuten extra aufhalst? Suter lacht. «Ja, die Idee war ja auch, etwas richtig Kompliziertes zu essen anzubieten.» Das habe sich bewährt und werde honoriert. Anleitungen, wie der Bängel zu essen sei, gibt es mittlerweile etwa so viele wie Kunden, die in der teils sehr langen Warteschlange stehen.

«E Guete» gegen die Kälte

Doch nicht nur junge Traditionen sind dieses Jahr wieder an dr Mäss, auch neue Verpflegungsstände buhlen um die Gunst des hungrigen Publikums – die bz hat mehrere getestet. Einige von ihnen stehen allerdings noch etwas am Rand der ihnen zugewiesenen Messeplätze. Dort müssen sie sich erst einmal beweisen.

In der aktuellen Kälte tut warmes Essen sowieso gut. Die Betreiber sind nach einem verhaltenen Start aber guten Mutes, dass der Absatz der Waren steigen wird. Oder wie Stefan Suter sagt: «Wenns jetzt trocken bleibt, dann ist für uns alles gut.»