Ein Jubeltag für den Basler Amateurfussball war der vorletzte Montag: Für die Sechzehntelfinals des Schweizer Cups wurden den beiden Erstligisten FC Black Stars und SV Muttenz die Super-League-Klubs FC Zürich respektive Young Boys zugelost.

Diese Auslosung birgt aber auch Zündstoff: Das Spiel von Muttenz gegen YB ist auf Sonntag, 11. November, angesetzt. Dasjenige der Black Stars ist noch nicht offiziell terminiert. Finden beide Spiele an diesem Tag statt, könnte es während der An- und Abreise der Fans in Basel zu Konfrontationen zwischen Chaoten aus dem Umfeld von FCZ und YB kommen. Spielen die Black Stars ihrem Wunsch gemäss bereits am Samstag, drohen Konfrontationen zwischen FCZ- und FCB-Anhängern.

Diese reisen erst am Sonntag zum FCB-Cupspiel in Chiasso ab und könnten deshalb den Erzrivalen in Basel auflauern. «Wir haben beim Fussballverband den Samstag als Spieltag eingegeben», sagt Mauro Gatti, Präsident der Black Stars. Als Austragungsort komme nur das Joggeli infrage. Der Rankhof genüge den Ansprüchen nicht und die Schützenmatte sei aufgrund der neuen Tartanbahn ausgeschlossen worden.

Kosten bis zu 200000 Franken

Bei einem Informationsgespräch mit Polizeivertretern beider Basel seien Gatti staatliche Forderungen von 150000 bis 200000 Franken in Aussicht gestellt worden. Bei einer erwarteten Zahl von 2000 bis 5000 Zuschauern drohe dem Verein deshalb ein existenzbedrohendes Defizit von 100000 Franken und mehr. «Das Spiel wurde in diesem Gespräch als Hochrisiko-Veranstaltung eingestuft», sagt Gatti. Dagegen wollen sich die Black Stars wehren. Die Polizei wartet derweil auf die offizielle Eingabe des Spiels.

«Wir haben bisher noch kein Gesuch erhalten», sagt Polizeisprecher Martin Schütz. Sobald dieses eintreffe, werde ein normales Bewilligungsverfahren für das Cupspiel eingeleitet. «Deshalb können wir zum jetzigen Zeitpunkt auch noch nichts zu den möglichen Auflagen und den damit verbundenen Kosten sagen.» Auch ein allfälliger Kostenerlass für den Gastgeber könne erst danach diskutiert werden.

SFV hofft eine Lösung

Der Schweizerische Fussballverband hofft auf eine einvernehmliche und alle zufriedenstellende Lösung: «Es handelt sich hier sicherlich um einen Sonderfall und das bedingt auch eine Sonderlösung», sagt SFV-Sprecher Marco von Ah. Es lohne sich deshalb sicher, wenn sich die beteiligten Parteien Zeit für Gespräche nehmen würden.

Genau das wollen auch die Black Stars. Sie haben die beiden Basler Grossräte André Auderset (LDP) und Tobit Schäfer (SP) als Vermittler gegenüber den staatlichen Stellen eingespannt. «Kleine Vereine sollen die Möglichkeit haben solche Spiele durchzuführen. Gerade das macht den Cup aus», sagt Auderset. Er werde sich zudem für eine Austragung am Samstag einsetzen. So könnten Fussballfans aus der Region sowohl die Black Stars als auch den SV Muttenz im Stadion unterstützen. «Am Samstag könnten dann zudem die FCB-Fans bereits die Black Stars unterstützen.»

Das Seilziehen um die Durchführung des Cupspiels hat erst begonnen. Bis zum Spielwochenende Mitte November bleiben noch sechs Wochen, um eine Lösung auszuhandeln.