Anfangs konnte Juri Junkov das Stimmen-Festival nicht wirklich geniessen, zu sehr war er auf seine Arbeit konzentriert. Immer angespannt auf der Suche nach dem besonderen Moment, dem einzigartigen Bild. Inzwischen hat der offizielle Festivalfotograf gelernt, auch berufliche Konzertbesuche zu geniessen. «Ich versuche, abzuschalten in jenen Momenten, in denen ich nicht fotografieren kann, weil zum Beispiel die Beleuchtung nicht stimmt oder etwas Ähnliches läuft wie vor fünf Minuten», erzählt der in Lörrach lebende Fotograf, der auch für die bz arbeitet.

Immer auf der Suche nach Neuem

Als Festivalfotograf steht er vor einer besonderen Herausforderung: Das Festhalten der Konzerte, die jeden Abend vor ähnlicher Kulisse stattfinden, wird zur Routine, sollte aber nie als solche wirken. «Ich bin deshalb immer auf der Suche nach Neuem – zum Beispiel nach ungewöhnlichen Menschen im Publikum», erzählt Junkov. Erschwert wird dies durch strikte Vorgaben: In der Regel dürfen die Fotografen nur während der ersten Lieder vor der Bühne stehen, um das Publikum nicht zu stören.

Keine lukrative Arbeit

Eine Rolle spielen aber auch die Bedürfnisse der Band-Manager: Einige haben Junkov schon längere Aufenthalte vor der Bühne angeboten, wenn sie dafür alle Fotos gratis für Werbezwecke erhalten. Er hat abgelehnt. Lukrativ sei die Arbeit sowieso nicht. Er macht sie aus Leidenschaft für die Suche nach dem magischen Moment. Fündig wird er neu auch in unproduktiven Pausen.

Dauerausstellung im Burghof-Foyer in Lörrach: «STIMMEN sehen» – Neue Fotos von Juri Junkov.