Doch was lesen? Einen Krimi? Einen Ratgeber? Einen Comic? Eine Biografie? Anbei gibt die bz-Redaktion fünf Büchertipps für den Sommer. Die jeweiligen Redaktoren finden, dass das von ihnen gewählte Buch besonders in die aktuelle Sommerferienzeit passt.

Just zum 30. Jahrestag der Geburt von Radio Raurach haben Robert Bösiger und Jürg Schneider am 1. November 2013 ihr Buch «Euses Radio. Radio Raurach – vom Werden und Verschwinden eines Baselbieter Lokalradios» herausgegeben. Die Lokalradiopioniere rollen diese einzigartige Geschichte auf. Spannend. Weshalb während der Sommerferien nicht in die Vergangenheit eintauchen und etwas über ein wichtiges Stück Baselbieter Mediengeschichte erfahren? Mich fesselte das Werk. Primär emotional, weil ich früher für «euses Radio» tätig war und Höhen und Tiefen hautnah miterlebte. Und mich beeindruckt, wie Robert Bösiger und Jürg Schneider das Thema aufgearbeitet haben – sehr kritisch, auch selbstkritisch, und weit entfernt von jeder Hochglanz-Jubelbroschüre. «Radio Raurach ist landesweit das Lokalradio mit der spannendsten Geschichte!», sagte Bösiger im Interview mit der bz Ende Oktober 2013. Damit hat er den Nagel auf den Kopf getroffen. Der ideelle Wert des Buchs ist unschätzbar. Nix wie los: Kaufen und lesen! (stz)

«Euses Radio – Radio Raurach» von Robert Bösiger, Jürg Schneider:

Just zum 30. Jahrestag der Geburt von Radio Raurach haben Robert Bösiger und Jürg Schneider am 1. November 2013 ihr Buch «Euses Radio. Radio Raurach – vom Werden und Verschwinden eines Baselbieter Lokalradios» herausgegeben. Die Lokalradiopioniere rollen diese einzigartige Geschichte auf. Spannend. Weshalb während der Sommerferien nicht in die Vergangenheit eintauchen und etwas über ein wichtiges Stück Baselbieter Mediengeschichte erfahren? Mich fesselte das Werk. Primär emotional, weil ich früher für «euses Radio» tätig war und Höhen und Tiefen hautnah miterlebte. Und mich beeindruckt, wie Robert Bösiger und Jürg Schneider das Thema aufgearbeitet haben – sehr kritisch, auch selbstkritisch, und weit entfernt von jeder Hochglanz-Jubelbroschüre. «Radio Raurach ist landesweit das Lokalradio mit der spannendsten Geschichte!», sagte Bösiger im Interview mit der bz Ende Oktober 2013. Damit hat er den Nagel auf den Kopf getroffen. Der ideelle Wert des Buchs ist unschätzbar. Nix wie los: Kaufen und lesen! (stz)

Michael Connelly versteht es, den Leser schon nach den ersten Zeilen in die Geschichte zu reissen. Von den Medien wird der ehemalige Journalist und heutige Autor als bester Schriftsteller im Genre Kriminalroman gefeiert, aufgrund seiner akribischen Recherchearbeit und äusserst authentischen Geschichten. Die Authentizität ist auch das Geheimnis, wieso «The Poet» so mitreissend ist. Die Geschichte handelt vom Kriminalreporter James McEvoy, dessen eineiiger Zwillingsbruder mutmasslich Selbstmord begangen und einen seltsamen Abschiedsbrief hinterlassen hat, in dem ein Vers aus einem Gedicht Edgar Allan Poes zitiert wird. McEvoy recherchiert auf eigene Faust und findet ähnliche von Polizisten begangene Suizide mit denselben Abschiedsbriefen. Die Spur führt schliesslich zu einem Serienkiller, den das FBI nicht zu fassen bekommt und «The Poet» nennt. McEvoy erfährt immer mehr über die Abgründe des Killers und gerät schliesslich selber in dessen Schusslinie. Ein atemloser, intelligenter und brillant konstruierter Krimiroman, der unbedingt in der englischen Originalfassung gelesen werden sollte. (cge)

«The Poet» von Michael Connelly:

Michael Connelly versteht es, den Leser schon nach den ersten Zeilen in die Geschichte zu reissen. Von den Medien wird der ehemalige Journalist und heutige Autor als bester Schriftsteller im Genre Kriminalroman gefeiert, aufgrund seiner akribischen Recherchearbeit und äusserst authentischen Geschichten. Die Authentizität ist auch das Geheimnis, wieso «The Poet» so mitreissend ist. Die Geschichte handelt vom Kriminalreporter James McEvoy, dessen eineiiger Zwillingsbruder mutmasslich Selbstmord begangen und einen seltsamen Abschiedsbrief hinterlassen hat, in dem ein Vers aus einem Gedicht Edgar Allan Poes zitiert wird. McEvoy recherchiert auf eigene Faust und findet ähnliche von Polizisten begangene Suizide mit denselben Abschiedsbriefen. Die Spur führt schliesslich zu einem Serienkiller, den das FBI nicht zu fassen bekommt und «The Poet» nennt. McEvoy erfährt immer mehr über die Abgründe des Killers und gerät schliesslich selber in dessen Schusslinie. Ein atemloser, intelligenter und brillant konstruierter Krimiroman, der unbedingt in der englischen Originalfassung gelesen werden sollte. (cge)

Die Welt ist schlecht, es gibt grundsätzlich nie Hoffnung und es geht nichts über einen guten Whisky. Mit dieser Einstellung packt Inspektor Canardo allerhand verzweifelte Fälle an. Ob die kettenrauchende Ente im Regenmantel sie löst, ist bald Nebensache. Viel packender ist in der bisher 22-teiligen Canardo-Serie die Mischung der düsteren Stimmungen, die der belgische Zeichner Sokal hinzaubert. Hintergrund sind von Intrigen und Irrsinn geprägte Kriminalfälle. Niemand traut niemanden, alle haben Dreck am Stecken. Meist macht auch noch eine Diva, die ihre besten Jahre hinter sich hat, die Lage nicht einfacher. Und zu allem hat Canardo eine lakonische Bemerkung parat. In «Weisse Vögel sterben leise», dem Höhepunkt der Serie, will sich nach einem Militärputsch ein alter Politiker, der noch an das Gute im Menschen glaubt, einen letzten Wunsch erfüllen. Dazu steigt er, verfolgt von einer spitzen TV-Moderatorin, auf einen Vulkan. Dort macht er eine Entdeckung, dass einem als Leser ein kalter Schauer den Rücken hinunter läuft – mag der sommerliche Ferienstrand auch noch so heiss sein. (mec)

«Weisse Vögel sterben leise» von Benoît Sokal:

Die Welt ist schlecht, es gibt grundsätzlich nie Hoffnung und es geht nichts über einen guten Whisky. Mit dieser Einstellung packt Inspektor Canardo allerhand verzweifelte Fälle an. Ob die kettenrauchende Ente im Regenmantel sie löst, ist bald Nebensache. Viel packender ist in der bisher 22-teiligen Canardo-Serie die Mischung der düsteren Stimmungen, die der belgische Zeichner Sokal hinzaubert. Hintergrund sind von Intrigen und Irrsinn geprägte Kriminalfälle. Niemand traut niemanden, alle haben Dreck am Stecken. Meist macht auch noch eine Diva, die ihre besten Jahre hinter sich hat, die Lage nicht einfacher. Und zu allem hat Canardo eine lakonische Bemerkung parat. In «Weisse Vögel sterben leise», dem Höhepunkt der Serie, will sich nach einem Militärputsch ein alter Politiker, der noch an das Gute im Menschen glaubt, einen letzten Wunsch erfüllen. Dazu steigt er, verfolgt von einer spitzen TV-Moderatorin, auf einen Vulkan. Dort macht er eine Entdeckung, dass einem als Leser ein kalter Schauer den Rücken hinunter läuft – mag der sommerliche Ferienstrand auch noch so heiss sein. (mec)

Ein vergessenes Volk in der Mühle des Zweiten Weltkriegs: Der schwedisch-ingermanländische Schriftsteller Eino Hanski, 1928 in Leningrad geboren, beschreibt in seinem 1979 erschienenen Roman das Schicksal der finnischsprachigen Ingermanländer. Ingermanland ist die Region um St. Petersburg – während der Sowjetzeit Leningrad. Die Ingermanländer wurden unter Stalin gezwungen, 1941–44 gegen die Finnen zu kämpfen. Nahmen diese sie gefangen, wurden sie zuerst als Kriegsgefangene behandelt. Später versprach man ihnen die finnische Staatsbürgerschaft, wenn sie für Finnland gegen die Russen kämpfen. Doch in den 1944 von den Sowjets diktierten Waffenstillstandsbedingungen wurden die Finnen verpflichtet, die ingermanländischen Soldaten und Zivilisten an die UdSSR auszuliefern, was für diese Hinrichtung, Gulag oder im besten Fall Deportation bedeutete. In «Das Brüderbataillon» setzt der schwedisch-ingermanländische Autor den ingermanländischen Soldaten, die stalinistischem Terror, finnischer Misshandlung, Hunger und Krieg ausgesetzt waren, ein literarisches Denkmal. (dh)

«Das Brüderbataillon» von Eino Hanski:

Ein vergessenes Volk in der Mühle des Zweiten Weltkriegs: Der schwedisch-ingermanländische Schriftsteller Eino Hanski, 1928 in Leningrad geboren, beschreibt in seinem 1979 erschienenen Roman das Schicksal der finnischsprachigen Ingermanländer. Ingermanland ist die Region um St. Petersburg – während der Sowjetzeit Leningrad. Die Ingermanländer wurden unter Stalin gezwungen, 1941–44 gegen die Finnen zu kämpfen. Nahmen diese sie gefangen, wurden sie zuerst als Kriegsgefangene behandelt. Später versprach man ihnen die finnische Staatsbürgerschaft, wenn sie für Finnland gegen die Russen kämpfen. Doch in den 1944 von den Sowjets diktierten Waffenstillstandsbedingungen wurden die Finnen verpflichtet, die ingermanländischen Soldaten und Zivilisten an die UdSSR auszuliefern, was für diese Hinrichtung, Gulag oder im besten Fall Deportation bedeutete. In «Das Brüderbataillon» setzt der schwedisch-ingermanländische Autor den ingermanländischen Soldaten, die stalinistischem Terror, finnischer Misshandlung, Hunger und Krieg ausgesetzt waren, ein literarisches Denkmal. (dh)

Es ist eine vielfältige Beziehung, welche die beiden Journalisten und Bond-Fans Michael Marti und Peter Wälty in ihrer Materialsammlung nachzeichnen. Eine Beziehung, die sich an Personen festmachen lässt, wie Ursi Andress, der sexy Muschelsammlerin aus «Dr. No» oder Mark Forster, der beim vorletzten Bond-Abenteuer «A Quantum of Solace» Regie führte. Doch lebendig wird diese Beziehung bei den Locations: Das hauptsächlich in Mürren gedrehte «On Her Majesty’s Secret Service» ist bis heute die grösste Kino-Produktion, die unser Land je gesehen hat, wie eindrückliche Anekdoten zu den Dreharbeiten beweisen. Welten prallten aufeinander, als im Herbst 1968 die protzige Entourage mit den hübschen Bond-Girls ins beschauliche Oberländer Dorf einfiel. Dasselbe gilt für die Arbeiten zu «Goldfinger» in Andermatt, wo Hauptdarsteller Roger Moore über Wochen weilte und abends an der Hotelbar Obstschnaps zechte. Doch nun der Tipp: Zuerst die beiden Filme auf DVD schauen, dann an schönen Sommertagen nach Andermatt und Mürren zu den Filmschauplätzen pilgern – und zum Schluss «James Bond und die Schweiz» lesen. (haj)

«James Bond und die Schweiz» von Michael Marti:

Es ist eine vielfältige Beziehung, welche die beiden Journalisten und Bond-Fans Michael Marti und Peter Wälty in ihrer Materialsammlung nachzeichnen. Eine Beziehung, die sich an Personen festmachen lässt, wie Ursi Andress, der sexy Muschelsammlerin aus «Dr. No» oder Mark Forster, der beim vorletzten Bond-Abenteuer «A Quantum of Solace» Regie führte. Doch lebendig wird diese Beziehung bei den Locations: Das hauptsächlich in Mürren gedrehte «On Her Majesty’s Secret Service» ist bis heute die grösste Kino-Produktion, die unser Land je gesehen hat, wie eindrückliche Anekdoten zu den Dreharbeiten beweisen. Welten prallten aufeinander, als im Herbst 1968 die protzige Entourage mit den hübschen Bond-Girls ins beschauliche Oberländer Dorf einfiel. Dasselbe gilt für die Arbeiten zu «Goldfinger» in Andermatt, wo Hauptdarsteller Roger Moore über Wochen weilte und abends an der Hotelbar Obstschnaps zechte. Doch nun der Tipp: Zuerst die beiden Filme auf DVD schauen, dann an schönen Sommertagen nach Andermatt und Mürren zu den Filmschauplätzen pilgern – und zum Schluss «James Bond und die Schweiz» lesen. (haj)