Hello-Grounding

Das Sinfonieorchester zittert um seine Auftritte in Russland

Gestrandet: In diesem Airbus A320 der Fluggesellschaft Hello reiste der FCB bis anhin. Nun steht er am Euroairport still.

Gestrandet: In diesem Airbus A320 der Fluggesellschaft Hello reiste der FCB bis anhin. Nun steht er am Euroairport still.

Der FC Basel musste wegen des Hello-Groundings einen neuen Flug buchen – die Kosten haben sich verdoppelt. Das Sinfonieorchester Basel hingegen ist noch auf der Suche nach Alternativen. Auch Basel Tourismus war zu Umstellungen gezwungen.

Übermorgen spielt der FC Basel sein Europa-League-Gruppenspiel gegen den Videoton FC. Eine Flugreise nach Ungarn, im Normalfall ein alltägliches Unterfangen. Das Grounding des FCB-Flugpartners Hello erschwert nun die Reise erheblich.

«In erster Linie gehört das Mitgefühl des FC Basel 1893 allen Mitarbeitenden, für die diese schlechte Neuigkeit ein Schock sein muss», sagt FCB-Mediensprecher Josef Zindel. Angesichts dieser Tatsachen habe die Frage, wie der FCB nach Ungarn kommt gestern Vormittag keine Priorität gehabt.

Frossard Reisen, der offizielle Reisepartner des FCB, machte sich gestern nach Bekanntwerden des Hello-Groundings unmittelbar auf die Suche nach einer Ersatzmaschine für den Schweizer Fussballmeister. Bereits gestern Nachmittag wurde der Reiseveranstalter fündig. Die Mannschaft des FC Basel und der insgesamt knapp 150 Personen starke Begleittross mit Klubführung, Supportern und Journalisten fliegt morgen Vormittag um halb acht mit einem Airbus A319 der deutschen Fluggesellschaft Hamburg Airways nach Budapest. Von dort folgt eine rund einstündige Busreise nach Székesfehérvár.

Gleichzeitig mit dieser Lösung stellt sich die Frage nach den Mehrkosten für den FCB. «Wie in der Branche üblich, mussten wir das neue Charterflugzeug im Voraus bezahlen. Weil wir auch bereits die Hello-Maschine bezahlt haben, sind die Flugkosten für die Reise nach Ungarn rund doppelt so hoch als sonst», sagt Zindel.

Ungewisse Reise nach Russland

Das Sinfonie Orchester Basel kämpft mit ähnlichen Problemen. Am nächsten Montag hätten die Musiker mit einem Hello-Charterflug nach St. Petersburg fliegen sollen. Das ist nun nicht mehr möglich.

Franziskus Theurillat, Geschäftsleiter des Sinfonie Orchesters Basel hat nun eine Menge Arbeit vor sich: «Zurzeit haben wir noch keine andere Lösung gefunden.» Es sei zudem ein schwieriges Unterfangen, so kurzfristig einen Flugersatz für über 120 Personen zu finden, die nach Russland gebracht werden müssen. Bei der Suche nach Alternativen helfe die insolvente Fluggesellschaft Hello jedoch tatkräftig mit.

Um die Instrumente müssen sich die Musiker des Sinfonieorchesters nicht sorgen. «Diese werden übermorgen Donnerstag nach dem letzten Auftritt in der Schweiz vor den Russland-Konzerten auf Lastwagen nach St. Petersburg gebracht», sagt Theurillat.

Auch Basel Tourismus betroffen

Die diesjährige zweitägige Mitgliederreise von Basel Tourismus führt nach Madrid und Toledo. Als der Konkurs von Hello bekannt wurde, stand nun plötzlich auch diese Reise auf der Kippe.

Am späten Nachmittag konnte Basel Tourismus aber entwarnen: Innerhalb kurzer Zeit haben die deutschen Fluggesellschaften Germania, Air Berlin und Tui Fly ihre Dienstleistungen angeboten. Der Basler Tourismusdirektor Daniel Egloff entschied sich schliesslich für Tui Fly. Der Grund: «Die Abflugzeiten und der Preis ändern sich mit diesem Angebot nicht.»

Um eine Rückerstattung der geleisteten Zahlungen von Basel Tourimus an Hello zu erreichen, baut Egloff auf die Hilfe des Verwaltungsratspräsidenten Moritz Suter. Dabei setzt er auf die Verbundenheit des Gründers der Fluggesellschaft zu Basel Tourismus.

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