Science + Fiction

Das Soca Basel in pädagogischer Mission – ein Festival dreht sich um die Zeit

Das Science + Fiction-Team vor dem Sommercasino, dessen Räumlichkeiten sie vor zwei Jahren bezogen haben.

Das Science + Fiction-Team vor dem Sommercasino, dessen Räumlichkeiten sie vor zwei Jahren bezogen haben.

Bei seiner vierten Ausgabe widmet sich das Festival einem zeitlosen Thema: Der Zeit.

Irgendwie spielte sie schon immer eine Rolle im Sommercasino, die Zeit. Jugendliche treffen sich hier, um Bier zu trinken, Joints zu rauchen. Um das Gestern zu vergessen und nicht an das Morgen denken zu müssen. Pädagogischen Wert hat der Besuch des Sommercasinos aber auch immer wieder – beispielsweise, wenn das Science + Fiction-Festival steigt. 

Zum vierten Mal findet das dreitägige Festival in diesem Jahr statt, zum zweiten Mal im Sommercasino, nachdem man aus Platzgründen vom Gundeldinger Feld weggezogen war. Das Thema in diesem Jahr ist eben: die Zeit. Nachdem die Festivalorganisatoren im vergangenen Jahr auf den Rausch gesetzt hatten, nehmen sie sich in diesem Jahr eines abstrakten Themas an.

Wie jedes Jahr hätten sie 2018 bei den Festivalgängern eine Umfrage durchgeführt und die besten Ideen zusammengetragen, sagt Science + Fiction-Sprecherin Laura Schuppli. Dass sich letztlich die Zeit durchgesetzt habe, sei der Tatsache geschuldet, dass das Thema «inhaltlich sehr viel biete».

Reise zum Ursprung der Zeit

Die Zeit habe eine gesundheitliche, eine wirtschaftliche und eine gesellschaftliche Komponente. Aus entsprechend unterschiedlichsten Ecken kommen die Protagonisten, Referentinnen und Experten, die am Festival auftreten. Zum offiziellen Auftakt führt das Science + Fiction heute Freitag um 20 Uhr den Film «In The End of Time» des schweiz-kanadischen Regisseurs Peter Mettler auf, der sich dem flüchtigen Phänomen der Zeit nähert und unter anderem mit dem Teilchenbeschleuniger CERN zu den Ursprüngen der Zeit dringen.

Am Samstagnachmittag ab 13 Uhr nehmen sich drei Wissenschaftler der Frage «Was ist Zeit?» an – aus unterschiedlichster Perspektive. Eine Physikprofessorin sagt, dass wir heute messen können, wie schnell quantenmechanische Prozesse sind: Wir bewegen uns hier im Bereich von Milliardsteln von Milliardstelsekunden.

Ein Uhrenspezialist spricht über die Geschichte der Zeitmessung, eine Ethnologin über die zyklischen Zeitvorstellungen im Hinduismus und Buddhismus. Nachmittags findet mit weiteren Experten eine Diskussionsrunde statt, Kurzfilme werden gezeigt, abends ein Quiz durchgeführt. Den Abschluss bildet die Literaturnacht mit Lesungen und Performances unter der Moderation von Alisha Stöcklin und Noemi Niederberger.

Ums Älterwerden geht es am Sonntag beim Vortrag von Undine Lang von der Universitären Psychiatrischen Klinik. Beim Roundtable um 15.30 Uhr geht es um die heute so negativ behaftete Zeitverschwendung und die Frage: Ist Zeitverschwendung wirklich so schlimm, wie sie in der heutigen Gesellschaft dargestellt wird? Oder ist sie nicht etwa Ursprung vieles Kreativen, Quell so mancher Idee.

Party gibts auch noch

Wem das alles zu anstrengend klingt, der kann es aber auch lustig haben. Am Freitag ab 22 Uhr und am Samstag ab 23 Uhr dürfen sich die wissbegierigen Festivalgängerinnen und -gänger quasi auf etwas unterrichtsfreie Zeit freuen. Dann folgt nämlich, wofür das Sommercasino sich seinen Ruf erarbeitet hat: Party bis in die Morgenstunden, inklusive DJs. Aber eben, das hat ja auch etwas mit Zeit zu tun.

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