Die Strassenbeleuchtung ist immer wieder in der Diskussion: Jede Gemeinde, die im Zuge ihres Strassenunterhalts oder -ausbaus gleichzeitig eine neue Beleuchtung braucht, befasst sich mit der entsprechenden Frage. Und schliesslich müssen immer wieder Lampen ersetzt werden.

Welcher Typus soll verwendet werden? Wie viel darf es kosten? Macht die Energieeinsparung den Mehraufwand wett? Die Umweltorganisation WWF hat kürzlich eine Rangliste der sparsamsten Gemeinden der Schweiz veröffentlicht. Die Region Basel steht vergleichsweise gut da. Die Stadt und einige grosse Landgemeinden liegen punkto Stromverbrauch unter dem Schweizer Mittel, zum Teil sogar deutlich.

Unterschiedliche Ansprüche

Weil kleine, mittelgrosse und grosse Gemeinden unterschiedliche Profile aufweisen, hat der WWF drei Gruppen gebildet. Jede Gruppe erhielt einen «Benchmark», das ist der Jahresverbrauch pro Strassenkilometer, der nach heutiger Technologie nicht überschritten werden sollte. Bei Städten über 30 000 Einwohnern liegt dieser Vergleichswert bei 18 Megawattstunden (MWh) pro Kilometer, zwischen 30 000 und 10 000 bei 12 MWh, unter 10 000 bei 8 MWh (Tabelle unten).

Basel ist besser als Zürich und Bern

Als grosse Stadt liegt Basel mit 16,2 MWh pro Jahr und Strassenkilometer vor Zürich (20,4 MWh) und Bern (23,1), aber deutlich hinter St. Gallen (8,5). Das heisst, diese Stadt verbraucht pro Kilometer fast halb so viel Strom wie Basel. Im Kanton Baselland erreichen die Gemeinden Münchenstein, Gelterkinden, Rümlingen, Binningen und Riehen gute, wogegen Bottmingen, Lausen und Reigoldswil abfallen (Text unten).

IWB-Sprecher Erik Rummer relativiert die Bedeutung der Strassenbeleuchtung: Der Anteil der öffentlichen Beleuchtung, Strassen und Gebäude inklusive, belaufe sich in Basel gerade mal auf 0,4 Prozent des Stromverbrauches. Von 2002 bis 2012 sei der Bedarf um über elf Prozent reduziert worden. Der kantonale Leistungsauftrag, den Verbrauch bis 2014 auf den unter dem von 2000 zu senken, werde mit grosser Wahrscheinlichkeit erfüllt: 2000 lag der Konsum bei 6,947 Millionen Kilowattstunden (kWh), 2012 nur noch bei 6,225 Millionen kWh.

Eine Natriumdampf-Lampe kostet 350 Franken, eine mit Licht emittierenden Dioden (LED) 950 Franken. Die Preise seien am Fallen, weil vermehrt Anbieter auf den lukrativen Markt drängten. Die Leistungsaufnahme ist bei LED mit 39 Watt sieben Watt tiefer, aber die Lichtausbeute ist etwa dieselbe. Mit LED aber ist eine zielgerichtete Beleuchtung möglich. Das vermindert der «Lichtsmog».

St. Gallen leuchtendes Beispiel

Die Stadt mit dem kleinsten Verbrauch pro Kilometer Strasse ist St. Gallen. «Wir haben früh begonnen, Quecksilberdampf-Lampen durch Natrium-Hochdrucklampen zu ersetzen», sagt Urs Etter, Leiter öffentliche Beleuchtung der Stadt St. Gallen. Zudem würden ab Mitternacht die Lampen mit einer Leistung ab 70 Watt um die Hälfte gedimmt. Damit werde 35 Prozent Strom gespart. An Orten, wo es möglich und sinnvoll sei, würde das Licht gelöscht. Ausserdem würde die Einschaltschwelle bei Dämmerung regelmässig überprüft. Bei neuen Strassen werde nicht mehr als das Notwendige beleuchtet.

LED mit Bewegungsmelder

Nach und nach kämen auch LED zum Einsatz. Diese Leuchtmittel seien auch deshalb interessant, weil sie beim Einschalten sofort hell sind. Versuchsweise haben die St. Galler Stadtwerke eine Strasse mit LED-Beleuchtung versehen, die an Bewegungsmelder gekoppelt sind: Die Strasse ist nur zu 100 Prozent beleuchtet, wenn ein Auto vorbeifährt. «Damit lassen sich auf LED nochmals 35 Prozent Strom einsparen. Insgesamt gibt es noch einiges Potenzial.»

Der zweijährige Versuch sei sehr zufriedenstellend verlaufen. Der Wermutstropfen des St. Galler Modells: Unter dem Strich hat die Strassenbeleuchtung nichts eingespart, weil für gewisse Gestaltungs-Projekte wie zum Beispiel (Altstadt) die Leistung verstärkt wurde.