Alles wird bis zur grossen Eröffnung am Samstag wohl nicht ganz fertig. Michael Gehri, der Programmverantwortliche des Sud, ist froh, wenn die Umbauarbeiten in seinem Club dann überhaupt so weit sind, um Gäste zu empfangen. Denn in letzter Minute müssen Bauinspektorat und Feuerpolizei dem Umbau noch ihren Segen erteilen. Die dunklen Ringe unter seinen Augen verraten es: «Das längste, das ich in den letzten Tagen gearbeitet habe, ist eine 22-Stunden-Schicht.» Doch es mache Spass: «Ich laufe auf dem Maximum. Über Jahre könnte ich das aber nicht machen.»

Michael Gehri stammt aus Bern und hat das Sudhaus früher nur vom Namen her gekannt. Wegen der Liebe ist der einstige Möbelschreiner nach Basel gezogen. Als die früheren Sudhaus-Veranstalter im letzten Sommer überraschend Konkurs anmeldeten, ging es schnell: Bereits im Herbst übernahm Cargo-Bar-Betreiber Claude Gaçon mit drei Freunden die Räume der ehemaligen Warteckbrauerei. Gehri ist als Programmchef erst im Februar dazugestossen. Innert weniger Tage hat er für März und April ein dichtes, vielfältiges Programm aus dem Boden gestampft.

Weg vom Image als «Barfussdisco»

Um die Neuorientierung zu unterstreichen, haben die neuen Betreiber den Namen des Lokals gekürzt: Es heisst nur noch Sud statt Sudhaus. Doch nicht einmal der Programmchef hat den neuen Namen verinnerlicht. Ab und zu spricht er immer noch vom Sudhaus. Er nennt einen Grund für den Namenswechsel: «Das Sudhaus hatte den Ruf einer verstaubten Barfussdisco, obwohl hier nie eine stattgefunden hat.»

Im neuen Sud hingegen steht das Tanzen nicht immer im Vordergrund: «Es ist eher ein grosses Café als ein Club.» Gehri will einen Gegenpol setzen: «Die meisten Clubs sind dunkel, es blinkt und man versteht sein eigenes Wort kaum.» Der Sud hingegen solle eine «Oase des Alltags» werden, ein Treffpunkt für Jung und Alt in gemütlicher Atmosphäre. «Schon als 33-Jähriger zähle ich in vielen Clubs oft zu den Ältesten. Deshalb sprechen wir bewusst auch die älteren Generationen an.»

Eines der wenigen Basler Fumoirs

Um die Gemütlichkeit zu steigern, wird das Lokal aufwändig umgebaut: Auf der einen Seite der bestehenden Empore schlagen Handwerker derzeit die letzten Nägel einer grossen Galerie ein. Der Blickfang entsteht aber auf der gegenüberliegenden Seite. Als eines der wenigen Lokale der Stadt verfügt der Sud über ein Fumoir. Es ist das aufsehenerregendste weit und breit: ein grosser runder Glasraum, der über dem Saal thront. Um auch im blauen Dunst hinter der Glaswand die Konzerte in guter Qualität hören zu können, sind zusätzliche Lautsprecher geplant. Das Bauinspektorat ist mit der Konstruktion noch nicht ganz zufrieden. Heute, einen Tag vor der Eröffnung, findet die definitive Abnahme statt.