FC Basel

Das Spiel abseits vom Fussballplatz: Wo Bernhard Burgener sein Geld her hat

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Mit dem Investor Centricus wird der FC Basel Teil des fragilen Medienimperiums von Bernhard Burgener.

Es ist eines der am schlechtesten gehüteten Geheimnisse der ­Region: Bernhard Burgener, Medienunternehmer und FCB-Präsident, ist auf steter Suche nach Geldgebern. Diese Woche machte die «Handelszeitung» den möglichen Einstieg des britischen Vermögensverwalters Centricus Ltd. beim FC Basel publik. Einige Millionen Franken dürften dem Mehrheitsbesitzer damit zufliessen.

Ganz offiziell, wenn auch nur im Dickicht der Finanzinformation zu finden, erfolgte vor einigen Wochen der Zufluss von 13,5 Millionen Euro zu seiner Medienholding Highlight Event and Entertainment (HLEE). Die Mittel stammen vom deutschen E-Commerce-Anbieter Nexway, der damit nach eigenen Angaben eine strategische Partnerschaft beim Verkauf digitaler Produkte begründen will.

So wenig sich augenscheinlich erschliesst, weshalb Centricus sich am international eher uninteressant gewordenen FCB beteiligen soll, so wenig drängt sich eine Partnerschaft zwischen Nexway und HLEE auf. Doch der gemeinsame Nenner am Horizont heisst: Softbank.

Burgeners Assets passen in das Softbank-Portfolio

Ausgestattet mit saudi-arabischem Geld spielt das vom Japaner Masayoshi Son begründete Telekommunikation- und Medienunternehmen mittlerweile beim globalen Finanzmonopoly mit. Softbank ist ebenso beim Taxi-Konzern Uber finanziell engagiert wie beim Skandalunternehmen Wirecard. Nexway, Burgeners Geldgeber, schwimmt ebenfalls in diesen Teich. Und Centricus, der mutmassliche FCB-Investor, zählt wiederum seit Jahren zu den ­Finanzgesellschaften, die der Softbank zuarbeiten.
Die Geldgeber bringen zusammen, was Burgener offiziell stets zu trennen versuchte: das Medien- und das Fussball­geschäft. Oder für den Fan: der FC Basel wird faktisch Teil des Medien- und Unterhaltungskonzerns Highlight.

Centricus hat es schon einmal in die Schlagzeilen der Fussballwelt geschafft. Sie galt als eine der zentralen Firmen im Umfeld der Softbank, um die milliardenschweren Pläne des Fifa-Chefs Gianni Infantino einer Club-Weltmeisterschaft zu finanzieren. Man kennt sich: Vor seinem Fifa-Präsidium war Infantino Generalsekretär des europäischen Fussballverbandes Uefa und in dieser Funktion Verwaltungsrat einer weiteren Burgener Firma: der Team Marketing. Diese ist exklusiv mit der Rechteverwertung der Champions League beauftragt, was die einzig wirkliche Ertragsperle im Reich Burgener ist. Das lockt.

Burgener bedarf immer wieder der Hilfe von Investoren, das gehört zu den Konstanten seiner Unternehmerlaufbahn. Häufig hat er ältere Verpflichtungen abzulösen, zuweilen geht es darum, unliebsam gewordene Teilhaber auszuzahlen. Bisher ist es ihm immer geglückt, das nötige Geld aufzutreiben.

Bei Burgeners Transaktionen kommen verwirrliche Instrumente des Financial Engineering zur Anwendung. Er setzt zudem auf Start-ups, die solvente Geldgeber als Mitinvestoren locken, oder die bei einem Börsengang den Jackpot knacken könnten. Über eine solche Konstruktion ist Burgener mit Nexway in Kontakt gekommen. Zentrales Vehikel war die in Basel domizilierte, völlig unbekannte, aber börsennotierte Firma The Native. In diese hat Burgener einen Teil seiner ­Investments eingebracht, ohne eine Organfunktion zu über­nehmen.

Die eigennützigen Ziele von Burgeners Investoren

Nachdem die meisten dieser ­Beteiligungen – darunter auch Nexway – wieder zu anderen Gesellschaften weiterverschoben worden sind, steht The Native nun ziemlich am Abgrund. Das Basler Zivilgericht hat die Firma in Konkurs gesetzt, nachdem sie von einem ehemaligen Manager wegen eines Lohnstreits betrieb wurde. Der Konkurs ist zwar nach einem Rekurs ausgesetzt, doch diese Woche hat die Börsenaufsicht einen Sanktionsantrag gestellt: In den Abschlüssen 2017 und 2018 hätten wesentliche Wertberichtigungen gefehlt. Oder anders gesagt: die Bilanz sei geschönt worden.

Mit der gemeinsamen Betrachtung von Nexway und Centricus zeigt sich: Der Spielraum von Burgener ist noch enger geworden. Mehr noch: Das Softbank-Umfeld will sich noch stärker in seiner Firmengruppe einnisten, wie auch die «Handelszeitung» ihre Quellen zitiert. Dabei ist offenkundig, dass dieses Mehr zwar mit Fussball zu tun haben soll – wenn auch nicht unbedingt beim FC Basel, als vielmehr bei seinem letztem Trumpf, den Rechten an der Champions League.

Autor

Christian Mensch

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