Unispital Basel
Das Spital für viele Baselbieter

Erstmals hat das Universitätsspital Basel 2015 mehr ausserkantonale Patienten behandelt als Basler. Der Umsatz ist erneut gestiegen, der Gewinn hingegen gesunken.

Michel Zumoberhaus
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Das Universitätsspital Basel ist solide aufgestellt, die gemeinsame Spitalgruppe mit dem Kantonsspital Baselland kann kommen.

Das Universitätsspital Basel ist solide aufgestellt, die gemeinsame Spitalgruppe mit dem Kantonsspital Baselland kann kommen.

Kenneth Nars

Für das Projekt einer gemeinsamen Spitalgruppe beider Basel sind die wichtigsten Voraussetzungen erfüllt. Die Zusammenkunft des Kantonsspitals Baselland (KSBL) und des Universitätsspitals Basel (USB) sieht USB-Verwaltungsratspräsident Robert-Jan Bumbacher auf einem guten Weg: «Wir können den zeitlichen Fahrplan der Regierung einhalten. Vorausgesetzt die politischen Entscheide fallen dementsprechend aus.» Im Juni wird der Schlussbericht an die Regierungen beider Basel abgegeben. Im September wird der Beschluss dann verkündet.

«Wir blicken auf ein erfreuliches Geschäftsjahr zurück», sagt Bumbacher. Das USB hat soeben seine Geschäftszahlen für das Jahr 2015 veröffentlicht. Auch im vierten Jahr als selbstständiges Unternehmen konnte der Wachstumskurs weitergeführt werden. Bereits 2014 wurde die Milliardengrenze erstmals erreicht. Bei erneut gestiegenen Patientenzahlen konnte der Nettoumsatz nochmals um 15,8 Millionen Franken auf 1,033 Milliarden gesteigert werden. Dies entspricht einer Steigerung um 1,6 Prozent. «Wir sind solid aufgestellt und können daher weiterhin in Medikamente, Personal und Infrastruktur investieren», sagt Bumbacher.

Sinkende Tarife drücken auf Gewinn

Der Gewinn hingegen schrumpfte um 7,6 Millionen auf 6,9 Millionen Franken. «Wir haben mit diversen Gründen zu kämpfen, die finanziellen Druck auf uns ausüben», sagt Martin Gerber, Leiter Ressort Finanzen. Zum einen ist der Rückgang des Gewinns auf die sinkenden Tarife für stationäre Behandlungen zurückzuführen. Zum anderen hat der Tarifeingriff des Bundesrates im ambulanten Bereich erheblichen Einfluss.

Gemäss Gerber sei die deutliche Abnahme der Zusatzversicherten eine grosse Herausforderung: «Aus der Finanzsicht ist diese Entwicklung natürlich schwierig, da dies die einzigen Patienten sind, bei denen wir eine Marge erzielen können.» 2013 waren es noch knapp 8000 stationäre Patienten mit einer Zusatzversicherung. 2015 über 300 Zusatzversicherte weniger.

Anfang Februar hat das USB bereits die Steigung der Fallzahlen sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich kommuniziert. Im stationären Bereich wurden im vergangenen Jahr rund 600 Patienten mehr behandelt als im Vorjahr. Die Steigerung von 34 673 auf 35 265 Fälle entspricht einer Zunahme um 1,7 Prozent. Erstmals in der Historie der USB sind mehr als die Hälfte ausserkantonale Patienten behandelt worden.

Grosse Kampagne auf dem Land

Auf dem Land fährt das USB aktuell eine Werbekampagne. Diese soll das Spital weiter bekannt machen. «Wir haben beispielsweise das einzige Hirnschlagzentrum in der Region. Deswegen möchten wir unsere Positionierung unserer Marke stärken», begründet Sabina Heuss Pace, Leiterin der Marketing- und Kommunikationsabteilung, die Präsenz auf dem Land.

Auch in Zukunft möchte das USB die Basler Bevölkerung aktiv einladen. Mit zahlreichen Infoanlässen und Präventionskursen an Schulen, soll die Volksnähe des USB erhalten bleiben.

Am kommenden Samstag findet der Tag der Biomedizin statt, wo das Departement Biomedizin seine Labors und Hörsäle am Unispital und am Campus Rosental öffnet.