Heiner Ueberwasser, Fussballfanatiker, Spielerberater, Anwalt, Berufsriehener und SVP-Grossrat ist einer der treusten Freunde des Sportmuseums. Jedes Mal, wenn die Regierung – meist in Gestalt des Präsidialdepartements – diese Lagerstätte sportlicher Kultgegenstände schliessen wollte, warf er sich in die Bresche. Eins ums andere Mal.

Denn dem Sportmuseum die Gelder streichen, das wollte die Basler Regierung oft. Argumentierte mit den wenigen Besuchern. Den noch weniger zahlenden Kunden, der mangelnden Sammlungsbewirtschaftung und so weiter.

Vor zwei Wochen angekündigt, ist das Sportmuseum nun ganz offiziell am Ende, gestern wurden Liquidation und Schuldenruf im Kantonsblatt publiziert. Nur Stunden später ging Ueberwassers nächster Vorstoss auf den Redaktionen und der Grossratskanzlei ein. Und mit ihr der letzte Hoffnungsschimmer der Sportmuseums-Freunde: Gigi Oeri solle das Museum retten!

Sports- und Museumsfrau

Die Verbindung ist naheliegend. Die sportbegeisterte Mäzenin mit dem grossen Herzen für den FCB hat bereits mehrfach gesagt, sie wolle die FCB-Sammlung, die im Sportmuseum lagert, nicht in einem «Keller verschwinden sehen». Geht es nach Ueberwasser, könnte sie doch den Rest der Sammlung sozusagen gleich «mitretten». Schliesslich habe sie Erfahrung mit Museen, hat sie doch das Spielzeugweltenmuseum aufgebaut und leitet es seit 20 Jahren erfolgreich.

Auf Anfrage erklärt Oeri, in der Tat, auch diese erweiterte Rolle sei keineswegs ausgeschlossen. «Ich befinde mich derzeit in Verhandlungen», sagt Oeri. Und die seien ergebnisoffen. Es sei schon vorstellbar, dass auch der Teil der Sammlung die Schliessung überleben könnte, der nicht in Rotblau daherkommt. Allerdings stellt Oeri klare Bedingungen auf.

Einerseits kommt für sie nicht infrage, dass das Museum am bisherigen Ort weitergeführt wird. «Nicht in diesem Lager», sagt Oeri klipp und klar. Und ebenfalls sieht die Mäzenin sich nicht als Alleinretterin beim Museum. Da müssten auch noch andere mitspielen, insbesondere Sportverbände sieht sie in der Pflicht. Die Verbände hatten bis anhin das Sportmuseum immer verteidigt, sich aber mit finanziellen Zuwendungen sehr zurückgehalten.

Ums Geld scheint es Oeri aber nicht zu gehen, oder nicht nur. Sie sagt: «Ich bin interessiert, das zu machen, aber nicht zu jedem Preis. Und das meine ich nicht finanziell.» Sie, die erfolgreiche Unternehmerin, will sich offensichtlich nicht damit begnügen, ein dahinsiechendes Projekt durchzufüttern. Wenn schon, dann will sie etwas Neues, Überlebensfähiges aufbauen.

Die politische Breitseite

In seiner Interpellation geht Ueberwasser nicht weiter auf ein Engagement von Oeri ein. Dazu hat die Regierung auch nicht viel zu sagen. Dafür schiesst er scharf gegen die Regierung. «Ich frage mich schon, wieso man im Präsidialdepartement derart Mühe hat mit dem Sport.»

Es sei nichts vorbereitet worden, um die Sammlung zu retten, obwohl sich das Ende des Museums abgezeichnet habe, sagt er. Als er vom Ende des Museums erfahren habe, habe er sich schon kurz gefragt, ob er politisch gescheitert sei. Aber er habe auch erneut viel Unterstützung aus allen Parteien erfahren dürfen.