Basel
Das Sportmuseum wird für seine Hilfe schlecht entlöhnt

Basler Präsidialdepartement plant, dem Sportmuseum die Subventionen zu streichen, verlässt sich aber gerne auf dessen Fachwissen

Andrea Schäfer
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Basler Präsidialdepartement plant, dem Sportmuseum die Subventionen zu streichen, verlässt sich aber gerne auf dessen Fachwissen (Archivbild).

Basler Präsidialdepartement plant, dem Sportmuseum die Subventionen zu streichen, verlässt sich aber gerne auf dessen Fachwissen (Archivbild).

Kenneth Nars

Die Ausstellung «Fussball — Glaube. Liebe. Hoffnung» des Historischen Museums Basel (HMB) wird begleitet von einem Knatsch zwischen dem in Münchenstein beheimateten Schweizerischen Sportmuseum und dem Kanton Basel-Stadt. Das HMB hat vom Sportmuseum Leihobjekte erhalten und ist für die Ausstellung fachlich beraten worden. Regierungsrat Guy Morin, dem das HMB untersteht, nutzte die Ausstellung indirekt als Begründung für die geplante Streichung der Subventionen fürs Sportmuseum.

In einem Interview mit der «Tageswoche» vom 2. Februar äusserte Morin Zweifel am Sinn von «spartenspezifischen historischen Museen». So sei es nicht nötig, ein Sportmuseum zu unterstützen, wenn das HMB Ausstellungen zum Sport durchführen kann. «Für uns als Kanton wäre eine Unterstützung beider Institutionen eine Doppelspurigkeit. Die Inhalte, die Bedeutung des Sports, kann man auch im Historischen Museum oder im Museum der Kulturen zeigen», sagte er.

Mithilfe als Eigentor?

Die Aussagen Morins haben beim Sportmuseum Empörung ausgelöst. «Wir haben bei der Sonderausstellung begeistert mitgeholfen. Und nun macht Herr Morin aus diesem Engagement einen Sargnagel», sagt Gregor Dill, Leiter des Sportmuseums.

Sein Museum habe dem HMB für die Sonderausstellung rund ein Dutzend Objekte zur Verfügung gestellt. Darunter ist zum Beispiel die Schiedsrichterpfeife des Kleinbaslers Gottfried «Godi» Dienst, mit der er 1966 an der Fussball-WM in England das legendäre Wembley-Goal pfiff. Zudem habe das Sportmuseum Kontakte zwischen dem HMB und Vertretern der Fangemeinde des FCB geknüpft, die in der Ausstellung zum Zug kommen. Weiter habe das Sportmuseum am Anfang bei der Themenwahl viele Inputs geliefert, erklärt Dill. «Das HMB brauchte die Hilfe des Sportmuseums, um die Ausstellung zu machen. Deshalb ist Morins Aussage, dass es das Sportmuseum nicht mehr brauche, völlig paradox», sagt Dill. Er betont, dass die Zusammenarbeit mit dem HMB «super» war, und dass das Sportmuseum sehr erfreut darüber sei, dass das HMB eine Ausstellung zum Thema Fussball zeigt. Man reibe sich bloss an der Aussage von Morin.

Regierungsrat Morin bestätigt auf Anfrage, seine damaligen Äusserungen zum Sportmuseum. «Ich habe diesen Aussagen nichts mehr beizufügen.» Vonseiten des HMB äusserte man sich gestern positiv zur Zusammenarbeit mit dem Sportmuseum: «Wir waren froh, Objekte vom Sportmuseum ausleihen zu können», bestätigt HMB-Direktorin Marie-Paule Jungblut. Zu Morins Aussagen könne sich das HMB als Museum des Kantons nicht äussern.

Die Basler Regierung hat Anfang Februar bekannt gegeben, im Rahmen eines neuen Sparpakets dem Sportmuseum die Subventionen zu streichen. Nach finanziellen Problemen in der Vergangenheit hatte sich das Museum in den letzten Jahren aufgerappelt. Ab 2016 fehlen im Budget nun aber die 150'000 Franken, die seit 2010 jährlich aus Basel ans Sportmuseum flossen. Daneben erhält das Museum Beiträge von Baselland, dem Bund sowie Swiss Olympic.

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