Es wimmelt von Liebeserklärungen. Als «Einmaligkeiten Basels» werden sie im Internet bezeichnet, «die malerisch als schmucke Häuschen am Rheinbord kleben und dem Stadtbild zu einzigartiger Romantik verhelfen». Fischergalgen, diese 56 Häuschen, die einst Fischern dienten und dies bis heute tun, wenn inzwischen auch mehr zum Vergnügen.

Bloss: Nicht überall fischt es sich leicht, zu stark ist der Einfluss der Natur in Form von Schlamm, der von der Birs und dem Kraftwerk her kommend so manchem Fischer das Leben schwer macht. Der Rhein wird flach, zu flach. Der Fischergalgen ist nur noch Galgen.

Selber zahlen – oder Galgen weg

Doch in den Fluss steigen und den Schlamm selber ausbuddeln, das geht nicht. Verboten! Die Galgenfischer sind auf Hilfe angewiesen – und diese bekamen sie stets. Zuletzt im Frühling vor einem Jahr haben Mitarbeiter des Tiefbauamtes für mehrere Zehntausend Franken Ausbaggerungen bei den Galgen vorgenommen, vor denen sich über Jahre Schlamm abgelagert hatte.

Aber genau das wäre nötig: Die Situation im Rhein hat sich verschärft und der Kanton müsste «vor den betroffenen Galgen alle paar Wochen Ausbaggerungen tätigen», schreibt das Amt im Namen von Allmendverwalter Niklaus Hofmann. Was also tun, wenn die Arbeit zwar nötig, das Geld aber nicht vorhanden ist? Logisch, den Fischern die Rechnung schicken. Diese Variante jedenfalls schwebt dem Kanton vor.

Kommt nicht infrage, sagen dazu die Fischer. Es reiche, monatlich rund 50 Franken Allmendgebühr zahlen zu müssen für das Häuschen, das einem zwar gehört, aber auf staatlichem Grund steht. Richard «Richi» Stammherr, Präsident Basler Galgenfischer 1920, sagt zur bz: «Wir sind für die Pflege und den Unterhalt des Galgens verantwortlich, nicht aber für das Bachbett.»

Er zeigt ein gewisses Verständnis für die Argumente des Kantons, nicht aber für folgenden Teil des Briefes: «Es stellt sich die Frage, ob Fischergalgen an gewissen Standorten aufgehoben werden sollten.» Das wäre ein Riesenverlust für Basel, sagt Stammherr. Denkmalpfleger Daniel Schneller sieht das ähnlich: «Die Fischergalgen sind wichtiger Bestandteil der Stadt und gehören zum Stadtbild.»

Fischer nehmen politischen Weg

Allmendverwalter Hofmann klingt nicht, als wolle er die drei bis vier problematischen Galgen abreissen lassen, wie er dies im Brief zur Debatte stellt: «Wir wollen den Status quo beibehalten, aber es ist kein Geld vorgesehen, um die Ausbaggerungen in den nötigen Abständen durchzuführen.» Es handele sich um keine «Hopp-Hopp-Aktion», sondern um aufwendige Arbeiten, sagt Hofmann. Letztlich sei es ein politischer Entscheid, ob diese vom Staat übernommen werde, um das «exklusive Hobby» Einzelner zu unterstützen.

Ein Briefwechsel zwischen Verein und Verwaltung hat keine Lösung gebracht. Eine solche erhofft sich Richi Stammherr von der Politik. Entsprechende Gespräche stünden bevor.