Es war eines der ersten, grössten und aufsehenderregendsten Fumoirs der Stadt: der ovale Glasraum im Sud-Club. Für einmal wurde den Rauchern der beste Platz zugestanden, schnell wurde das Fumoir aufgrund seines futuristischen Looks «Ufo» genannt.

Ja, war. Mit der Raucherei ist nämlich Schluss. Am Montag eröffneten die neuen Pächter das Sud im Brauerei-Gemäuer auf dem Warteck-Areal; die Rhyschänzli-Gruppe legt den Fokus auf gepflegte Bierhallenkultur – im Gegensatz zu früher sollen nur noch hin und wieder Partys in der Halle stattfinden. Im «Ufo« darf ab sofort nicht mehr geraucht werden.

Cyrill Lang, Geschäftsleitungsmitglied der Rhyschänzli-Gruppe, sagt zur bz: «Wir haben festgestellt, dass die Lüftung im Fumoir nicht gut funktionierte. Der ganze Saal roch schnell nach Rauch, das passt nicht zum neuen Konzept.» Stattdessen liesse sich der Raum als Séparée nutzen, etwa für Gruppen bei Geburtstagen, Abschieden oder Geschäftsessen. «Das Räumli hat grosses Potenzial.»

Langs ursprüngliche Idee war eine andere. Er träumte davon, im Glasraum eine Küche zu installieren. «Wegen diverser baulicher Auflagen, welche die Wiedereröffnung des Sud verzögert hätten, und im Sinne eines ganzheitlichen Angebots auf dem Warteck-Areal verzichten wir und fokussieren darauf, das Sud als Bar mit kleinem Food-Angebot zu etablieren.» Die Nutzungsdauer des Sud durch die Rhyschänzli Gruppe sei vorerst auf «circa drei Jahre» angelegt, «entsprechend möchten wir auch die Investitionen in einem gewissen Rahmen halten.»

Der Entscheid, das Fumoir im Sud aufzugeben, birgt derweil Konfliktpotenzial. Das Warteck-Areal befindet sich mitten in einem Wohnquartier am Burgweg. Jetzt, wo die Raucher nach draussen müssen und damit der Lärmpegel auf der Strasse ansteigen dürfte, könnten bald Beschwerden ins Haus flattern. Lang sagt dazu, man habe dies antizipiert: «Das Sud ist neu von 17 bis 23 Uhr geöffnet, das sind quartierfreundliche Öffnungszeiten. Partys, wo die Leute noch mitten in der Nacht Lärm erzeugen, gibt es praktisch nicht.»

Günstiges Essen im «Klingeli»

Kaum hat die Rhyschänzli GmbH einen weiteren Betrieb eröffnet – zur Familie gehören bereits das Restaurant Rhyschänzli, das Union, der Union Diner, das Café Des Arts und La Strada – steht die nächste Akquisition an.

Am Dienstag gab die Gruppe bekannt, das Restaurant Klingental zu übernehmen. Damit sei der Weiterbestand des Kleinbasler Traditionslokals gesichert. Laut Lang steht die Wiedereröffnung des «Klingeli» wohl im Mai 2018 an. Das Food-Konzept soll auf junge Menschen zugeschnitten sein: «Eine klassische Brasserieküche. Einfach, aber schmackhaft, allenfalls mit amerikanischem und italienischem Einschlag.» Und dies eben zu fairen Preisen. So würde zum Beispiel das Schnitzel nicht vom Kalb, sondern vom Schwein stammen: «Von unserem Biersäuli. Das ist gute Ware.»

Der jetzige Pächter des «Klingelis», Daniel Staffiere, will laut Lang noch bis nach der Fasnacht 2018 das Restaurant betreiben. Danach starte die Rhyschänzli-Gruppe mit der Renovation.