Es war ein äusserst enger Zeitplan für die Rettung der «Fanfare». Der Eisenplastik des renommierten Schweizer Künstlers Paul Suter drohte per 31. Juli die Verschrottung. Mit den ausgedienten SRG-Studios auf dem Basler Bruderholz muss auch die Skulptur einem Neubau weichen. Die SRG hatte über ein Jahr vergeblich nach einem Abnehmer für das Kunstwerk gesucht (die bz berichtete). Nun wird die «Fanfare» gerettet.

Auf die Artikel der bz haben sich verschiedene Interessenten bei der SRG gemeldet. Unter der Ägide von Jürg Schäffler, Leiter der Finanzen bei der SRG, wurden gestern «vier qualitativ sehr gute Angebote» geprüft. «Ich kann Ihnen versichern, dass uns dieser Entscheid ob der sehr guten Qualität der Dossiers nicht leicht gefallen ist», schreibt Schäffler. Den Zuschlag hat Robert Häfelfinger von Häfelfinger Architekten in Sissach erhalten.

Erst an die Bahnhofstrasse, dann in den Hof

Der 88-Jährige hat mit seiner Bautätigkeit und seinem Einsatz für erhaltenswerte Bauten das Ortsbild von Sissach mitgeprägt. Sein Architekturbüro existiert seit 50 Jahren. Zuvor hat Häfelfinger an der ETH Zürich und in Harvard studiert und war Assistent von Le Corbusier. Dass er sich gerade für eine Eisenskulptur begeistert, ist kein Zufall. Sein Onkel war der Schweizer Künstle und Plastiker Eugen Häfelfinger, dessen Nachlass er verwaltet.

Robert Häfelfinger übernimmt Paul Suters «Fanfare» nun für 1000 Franken und bezahlt die Demontage und den Transport nach Sissach. Dort wird die Skulptur vorerst provisorisch im Vorgarten von Häfelfingers Haus an der Hauptstrasse 60, unmittelbar an der Begegnungszone, installiert. Dies jedoch ohne den weit ausragenden Metallarm, der die Plastik schwer platzierbar macht.

Mitten in die neue Quartierplanung

Endgültig und dann auch in ihrer ursprünglichen Form soll die «Fanfare» im Cheesmeyer-Hof zu stehen kommen. Dort befinden sich das Schaulager von Eugen und Edith Häfelfinger und die Kunstgalerie «Alte Metzg».

Das Areal ist Bestandteil der laufenden Quartierplanung zum Bahnhof-Zentrum. An dieser ist Häfelfinger als Architekt beteiligt und will den definitiven Standort der «Fanfare» auch in die Planung einbringen.

Die SRG befürwortet in ihrer Begründung für den Verkauf nach Sissach, dass die Skulptur öffentlich zugänglich bleibt und in einen kulturellen Rahmen eingebettet wird. «Spätestens am Eidgenössischen Bettag, am 15. September, soll die Skulptur in Sissach aufgestellt sein», sagt Häfelfinger, der neue Besitzer.