Vom Teesieb bis zum Regenschirm – das Hotel «Les Trois Rois» hat ausgemistet. Und wenn ein Fünfsterne-Betrieb zum Lagerverkauf ruft, dann eilen die Leute auch hin. Am Freitagmorgen versammelten sich deshalb schon eine halbe Stunde vor der Türöffnung zahlreiche Schnäppchenjäger auf dem Dreispitz-Areal. Rund 150 Personen strömten um 9 Uhr in das Lagergebäude, griffen zuerst zu einem Einkaufskörbchen und hetzten dann von Tisch zu Tisch.

Versilberte Kerzenständer und Designer-Geschirr standen auf der einen, schwarz-goldene Salontischchen und Sofas auf der anderen Seite. Einen Wedgewood-Teller gabs beispielsweise ab einem Preis von fünf Franken. Der Run auf die guten Stücke war insbesondere am Anfang gross. Schon im Vorfeld hatte sich auf sozialen Netzwerken ein reges Interesse angekündigt. So sehr, dass die Marketingverantwortliche des «Trois Rois», Caroline Jenny, die Medien bat, nicht auf den Event hinzuweisen.

Treue Fans

«Ich bin gerade dabei, meine Wohnung einzurichten. Da kam diese Aktion sehr gelegen», sagt ein Besucher mit mehreren Kissen unter dem Arm. Das Hotel verkauft diese, weil sie nicht mehr zeitgemäss sind. Alt und abgegriffen sind nur wenige Teile – die Sofas beispielsweise sind erst zehn Jahre alt.

Auch mit den Preisen sind die Interessenten einverstanden, «ausser bei den gebrauchten Bademänteln – 40 Franken ist zu teuer», sagt eine junge Frau. 2006 feierte das Luxushotel Neueröffnung nach der Renovation. Vorher hatte es noch «Drei Könige» geheissen.
Am Lagerverkauf wurden einige Reminiszenzen aus dieser Zeit verhökert. Gerade solche Stücke zogen die Aufmerksamkeit auf sich. Im Trubel wird nämlich klar: Viele der Besucher sind regelrechte Fans der Nobelabsteige mit grosser Geschichte.

«Ich habe schon immer Geschirr aus dem Trois Rois gewollt. Jetzt bot sich mir endlich diese einmalige Gelegenheit», sagte beispielsweise eine Besucherin.

Erlös für guten Zweck

Rund drei Stunden später ist die Halle leer. «Wir haben nur noch Einzelstücke», sagt Jenny. Das teuerste Objekt, ein Orientteppich für 4000 Franken ist zwar noch zu haben. Insgesamt erzielte der Verkauf einen Gewinn von über 10›000 Franken. Dieser wird nicht etwa in neues Silberbesteck investiert sondern kommt der Kinderkrebshilfe zugute.