Was verbinden wohl viele Basler mit einem Ausflug im Botanischen Garten beim Spalentor? Uralte Bäume stehen dort, Blumenwiesen im Frühling und allerhand kuriose Pflanzen. Beeindruckend ist aber vor allem der Dschungel unter dem Glasdach: das Tropenhaus. Ein Urwald mitten in der Stadt. Die Hitze ist drückend, der Feuchtigkeitsgehalt der Luft enorm hoch.

Im Jahr 1967 wurde das gläserne Haus erbaut. Fünfzig Jahre später könnte an seiner Stelle ein neues Tropenhaus stehen. Die Universität Basel, Besitzerin des botanischen Gartens, plant einen Neubau. Wie dieser aussehen wird, ist noch offen. «Klar ist nur, dass das Tropenhaus ersetzt werden muss. Jetzt holen wir Vorschläge ein», sagt Markus Kreienbühl, Leiter des Ressorts strategische Immobilienplanung. Zu diesem Zweck wurde das Projekt ausgeschrieben, Architekten können ihre Vorschläge bei der Universität einreichen. Im Frühling wird das Siegerprojekt erkoren, in gut einem Jahr soll das neue Gewand des Tropenhauses feststehen. «Ein etwas grösserer Bau wäre möglich, aber der Spielraum ist klein», sagt Kreienbühl. Das neue Haus muss sich zwischen die Bäume fügen. Das jetzige Glashaus ist nicht denkmalgeschützt, weshalb einem Abriss nichts im Weg steht. Anders wäre das beispielsweise beim Viktoriahaus, in dem die Riesenseerosen untergebracht sind.

Blättriges Traumland

Gegenüber der «Schweiz am Sonntag» hatte Bruno Erny, Leiter des Botanischen Gartens der Universität Basel, vor einem Jahr bereits seinen Traum beschrieben: Fleischfressende Kannenpflanzen, Dracula-Orchideen in einem Nebelwald, ein Steg durch die Baumkronen. Nicht zu vergessen; ein Platz für Schulstunden und Führungen mitten im wilden Grün. «Zuerst wollen wir schauen, wie die Vorschläge der Planer sind. Auch die Finanzierung ist noch nicht geklärt», sagt Kreienbühl. Es gäbe auch funktionale Vorstellungen, beispielsweise sollte der Neubau einfacher zu reinigen sein.

Wenn das neue Tropenhaus steht, könnte sich dort auch die Königin des botanischen Gartens breitmachen. Der stinkenden Titanwurz wird ihr Gewächshaus nebenan allmählich zu klein. Dank ihr ist der Botanische Garten wieder ins öffentliche Interesse gelangt. Ein Palast wäre da angemessen.