Ob vom Badischen Bahnhof eine Tramlinie am neuen Erlenmatt-Quartier vorbei an den Bahnhof St. Johann führen wird, darüber entscheidet das Volk. Die vier bürgerlichen Parteien SVP, CVP, LDP und FDP haben sich gestern darauf geeinigt, das Referendum zu ergreifen. «Es war klar, das machen wir nur zusammen oder gar nicht», sagt LDP-Präsidentin Patricia von Falkenstein gegenüber der bz. «Das braucht jetzt einen guten Einsatz aller Beteiligten, dann haben wir die Unterschriften innert der gesetzlich vorgegebenen 60 Tage zusammen.»

Zu teuer und unnötig

Bereits im Grossen Rat hatten sich die Bürgerlichen gegen die 1, 2 Kilometer lange Tramlinie für 66 Millionen Franken gewehrt. «Es ist uns unverständlich, wieso man eine so schlecht ausgelastete, überteuerte Tramlinie bauen soll.» So brachte SVP-Grossrat Bruno Jagher damals das Empfinden im bürgerlichen Lager auf den Punkt. Und auch jetzt, da das Referendum ergriffen wird, klingt es ähnlich. Bereits nach der Parteiversammlung vom Montag hatte die LDP mitgeteilt, sie halte die Tramstrecke für «pure Geldverschwendung.»

Gestern doppelte von Falkenstein nach und gab zu Protokoll: «Wir sind grundsätzlich für Trams, für den öV. Aber nicht an diesem Ort, dann hätten wir lieber ein anderes wichtigeres öV-Projekt.» Im Parlament hatte Baudirektor Hans-Peter Wessels (SP) vehement für die Vorlage gekämpft: «Das Erlenmatt-Tram ist Bestandteil des Tramnetzes 2020.» Wessels hatte zudem davor gewarnt, das Versprechen zu brechen, die Erlenmatt mit der Tramlinie zu erschliessen.

Nun wird das Stimmvolk entscheiden müssen, ob ihm die Einlösung dieses Versprechens an Basels neustes Quartier 66 Millionen Franken wert ist.