Volkshaus
Das Volkshaus ist aus seinem Dornröschenschlaf erwacht

Im Kulturlokal wird im Innenhof ab heute wieder ausgeschenkt. Bald gibts Konzerte. Das neue Basler Volkshaus ist Name und Programm zugleich: Eoll rund um die Uhr einem breiten Publikum offen stehen.

Muriel Mercier
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Das neue Basler Volkshaus ist Name und Programm zugleich. So erklären die neuen Zürcher Besitzer des Kulturlokals, Leopold Weinberg und Adrian Hagenbach, ihr oberstes Gebot. Was das konkret bedeutet? Das Volkshaus soll rund um die Uhr einem breiten Publikum offen stehen: «Alt und Jung sollen sich hier wohl fühlen. Die Besucher können nach einem Aperitif im neuen Biergarten ein Kultur-Event besuchen und danach mit Freunden noch ein Stück Roastbeef vom Bratenwagen essen», fasst Adrian Hagenbach seine Vision zusammen.

Um die Baslerinnen und Basler ab heute wieder an die Rebgasse 12 zu locken – das Volkshaus war seit Anfang Jahr bis Juli nur reduziert in Betrieb, da dem früheren Wirt Martin Künzel auf Ende 2010 der Vertrag gekündigt worden war – haben sich die neuen Initiatoren einiges einfallen lassen. «Wir wollen das Gebäude nicht völlig umkrempeln», betont Weinberg. Nur der alten Dame – womit der 33-jährige Jurist das Haus meint – die Würde zurückgeben.

Küche gleicht noch einer Baustelle

Im Foyer wurde an der Innenausstattung also nicht viel verändert: Zwar wurden die Teppiche an der Wand heruntergerissen – der am Boden allerdings blieb. Doch bilden jetzt weisse «Pannenstreifen», die auf den Teppich geklebt wurden, ein Muster aus Rechtecken. «Wir wollen mit einfachen Mitteln optisch eine grosse Wirkung erzielen», erklärt Weinberg das neue Erscheinungsbild des Foyers. Neben dem mit Glühbirnen erhellten Innenhof wird heute dieses Foyer mit Barbetrieb eröffnet.

Bis die Säle, die Brasserie und die Bar komplett renoviert sind, dauert es noch ein paar Monate – gegen Ende Februar 2012 wird dann die definitive Auferstehung des Volkshauses eingeläutet. Die Küche ähnelt auch noch mehr einer Baustelle denn einer Futterschmiede, in der Menüs hoher Qualität, aber zu moderaten Preisen kreiert werden. Die Decke ist heruntergerissen, die Lüftungen werden neu installiert. «Das Restaurant soll nicht ‹trendy› werden, sondern alt und gemütlich daherkommen», sagt Weinberg. Andreas Weideli, der künftige gastronomische Leiter des Basler Volkshauses, ergänzt: «Es wird eine Spagatübung für mich, Essen hoher Qualität und zu günstigen Preisen zu servieren.»

Konkreter Plan für ein Hotel

Obwohl das Basler Volkshaus im Oktober noch nicht fix und fertig in neuem Gewand erstrahlen wird, stehen die Säle in unrenoviertem Zustand für Konzerte zur Verfügung. Am 6. Oktober lädt das Kulturlokal gar zum Oktobervolksfest im grossen Konzert-Saal zum Feiern nach Münchner Vorbild ein.

Weit in der Zukunft aber trotzdem konkret gestaltet sich der Plan von Weinberg und Hagenbach, innerhalb des Volkshauses ein Hotel einzurichten. Wann dieses Projekt angegangen wird, ist aber noch unklar.

Umso klarer ist jedoch, dass die neuen Volkshaus-Besitzer sich in Basel wohl fühlen. «Es ist eine einmalige Chance, ein Haus zu führen, dass mit Restaurant, einem Innenhof sowie Konzertsälen eine Nutzungsüberlagerung bietet», bringt Hagenbach seine Motivation, das Basler Volkshaus erfolgreich zu führen, auf den Punkt.

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