1. August

Das wird ein Andrang: Trotz Ausfall der Bundesfeier wohl volles Rheinbord – Basler Hitzewochenende steht an

Es wird heiss: Die Bundesfeier wird dezentral privat stattfinden, am Rhein werden sich dennoch viele Menschen versammeln.

Es wird heiss: Die Bundesfeier wird dezentral privat stattfinden, am Rhein werden sich dennoch viele Menschen versammeln.

Geschlossene Läden, Hitzewelle – aber kein Fest: Basel rechnet mit einem Ansturm an der längsten städtischen Erholungszone, dem Rhein. Denn es gibt sonst nicht allzu viel am Rheinknie zu tun. Bis auf etwas Party und Restaurant-Angebote.

Es wäre ein wunderschönes Basler Bundesfeier-Wochenende: Der 31. Juli – ein ordentlicher Freitag mit frühem Arbeitsende; der 1. August – ein richtig heisser, sonniger Feiertag, an dem alle frei haben und nichts offen ist; dazu eine rauschende Feier mit Feuerwerkspektakel am Rhein – aber Nein. Zumindest die Festivitäten fallen heuer in Basel wegen Corona komplett aus. Was bleibt, ist ein vorgezogenes Wochenende mit ausserordentlicher Hitze und geschlossenen Läden am Samstag.

Ruhig wird es aber nicht bleiben. Insbesondere am Freizeit-Hotspot Rhein, aber auch an anderen Freizeitorten der Stadt rechnet die Kantonspolizei mit erhöhtem Menschenaufkommen. «Der 31. Juli und 1. August fallen dieses Jahr auf ein Wochenende. An Wochenenden – sie locken bei schönem Wetter alleweil viele Menschen ins Freie – sind wir auch ohne Feiertag stärker präsent an den Brennpunkten im Kantonsgebiet als an anderen Wochentagen», sagt Polizeisprecher Martin Schütz. «Entsprechend bereiten wir uns auch für dieses Wochenende bestmöglich vor.»

Beizen, Partys – und immer wieder der Rhein

Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren ist immerhin nicht mit Zehntausenden Menschen entlang des Rheins zu rechnen. Mehrere Hundert dürften es dennoch sein, denn im Coronajahr ist das Kleinbasler Rheinufer an freien Tagen noch mehr Lieblingsort der Baslerinnen und Basler als bislang. Allein wird das Kleinbasel die Menschenlast aber nicht tragen müssen: Trotz Corona ist in der Stadt noch einiges los. Mehrere Basler Clubs bieten am 31. Juli Partys an.

Restaurants wiederum laden teils als Kompensation für die ausfallende Bundesfeier zu einem Dinner. Meist kreativ, wie etwa das Restaurant Rubino und die dazugehörende Invino Weinbar mit ihrem Open-Air-Fondue am Luftgässlein. Das neue Lokal Silo an der Signalstrasse beim Badischen Bahnhof lädt explizit zu einer Bundesfeier mit Soulfood, und der ebenfalls neue «Kleine Wassermann» im St. Johann-Park bittet zum Risotto über offenem Feuer. Gegenüber Spontanpartys am Rhein und in Parks können Restaurants die ihnen auferlegten Schutzmassnahmen allerdings umsetzen.

Das zeigt das Beispiel Steinenvorstadt: Die Disziplin wurde in der Basler Ausgangsmeile bislang eingehalten. Nach dem Vorfall am ersten Wochenende nach Wiedereröffnung der Bars ist es dort zu keinen weiteren Spontanpartys gekommen. Das schnelle Eingreifen der Behörden mit kurzfristiger Schliessung eines Lokals wirkte.

Private Feuerwerke zurzeit noch möglich

Es sind ohnehin vor allem Einheimische, die auch in normalen Jahren zur Bundesfeier am Rhein strömen: Menschen aus der Region oder dem nahen Dreiland. Denn touristisch habe der Anlass zwar Signalwirkung, ziehe als Attraktion aber nicht viele auswärtige Gäste an, wie der Basler Tourismusdirektor Daniel Egloff sagt. Nichtsdestotrotz mobilisiert der Anlass, was die Abfallmengen tags darauf jeweils zeigen. Angesichts des anstehenden verlängerten Hochsommerwochenendes dürfte das Ausmass an Müll trotz Absage des offiziellen Feuerwerks deutlich zunehmen.

Denn Feuerwerk kann auch in Coronazeiten in Basel gezündet werden – mit einem Haken. «Feuerwerken ist in unserem Kanton grundsätzlich bewilligungspflichtig», sagt Polizeisprecher Schütz. Allerdings würden Bewilligungen sehr selten erteilt. «Bewilligt werden in der Regel nur grosse, der Öffentlichkeit zugängliche Feuerwerke wie das – heuer ausfallende – Feuerwerk an der Bundesfeier am Rhein oder das Silvesterfeuerwerk.»

Das heisst für private Abfackler allerdings auch: «Am 31. Juli sowie am 1. August werden kleinere private Feuerwerke, die keine Selbst- oder Fremdgefährdung darstellen, toleriert.» Privates Feuerwerken stelle in Basel-Stadt bisher kein Problem dar, auch nicht polizeilich. Aus diesem Grund habe es in der überblickbaren Vergangenheit auch höchst selten polizeiliche Schritte wegen privater Feuerwerke gegeben, erklärt Schütz.

Wenn es aber zu polizeilichen Schritten kommt, wird es für die Fehlbaren schnell teuer. Denn seit 1. Juli gelten in Basel neue Regeln: Mit dem Inkrafttreten der neuen kantonalen Ordnungsbussenliste kann «das Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände ohne Bewilligung» mit einer Ordnungsbusse in der Höhe von 150 Franken geahndet werden. Vorausgesetzt, Basel-Stadt hat bis dann nicht auch ein Trockenheitsproblem mit daraus folgendem absolutem Feuerverbot. Im Baselbiet sowie im Aargau wurden wegen des seit Wochen ausbleibenden Niederschlags bereits Feuerverbote im Wald und in Waldesnähe ausgesprochen.

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