«Der Wegfall der Direktverbindungen in den Abendstunden ist happig. Es ist bedauerlich, dass die Fahrt zwischen Basel und Zürich statt gut 50 Minuten bis zu 70 Minuten dauert», klagt Stephan Maurer, Präsident der Interessengemeinschaft öffentlicher Verkehr (IGöV) Nordwestschweiz. Vier Züge sind es, die ab Fahrplan 2018 Sonntag- bis Donnerstagabend wegfallen.

Vor Mitternacht nicht zurück

«Es gibt heute schon kein riesiges Angebot, aber jetzt geht es noch mal länger», fährt Maurer fort. Das wirke sich bei der Fahrt zum Zürcher Flughafen ebenso aus wie bei der Rückfahrt, wenn man in Zürich eine Kulturveranstaltung besucht habe. «Vor Mitternacht ist man dann nicht mehr zurück», sagt Maurer.

Fast noch mehr vom neuen Randstundenkonzept betroffen, durch das die SBB Zeit für den Unterhalt frei schaufeln wollen, sind Sissach und Gelterkinden. «Die Streichung der IR Züge zwischen Basel SBB und Olten von Sonntag bis Donnerstag hat massive Auswirkungen», schreibt die IGöV. Die Bemerkungen seien «bestimmt durch die Sorge, dass Basel im Schweizer Fernverkehr zunehmend und gravierend benachteiligt wird».

Dominic Wyler von der Abteilung öffentlicher Verkehr in der Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion verweist darauf, dass die Direktverbindungen von Basel durch das Laufental nach Lausanne und Genf schon auf den Fahrplanwechsel 2016 wegfielen und seit 2017 die direkte Fahrt von Basel ins Tessin länger dauert als über Zürich.

«Wir stellen fest, dass die Nordwestschweiz mehr und mehr vom Angebot abgehängt wird und setzen uns dafür ein, dass die Anbindung an den Rest der Schweiz verbessert wird. Wir bedauern das Randstundenkonzept und geben nicht auf», betont Wyler.

Wolfgang Fleischer vom Basler Amt für Mobilität zeigt zwar Verständnis für den Nachhofbedarf der SBB beim Unterhalt. Ob das Konzept wie geplant bis 2022 laufen müsse, werde man aber hinterfragen. Ganz dick kommt es von Mai bis Oktober. Dann fallen auch noch Tagesverbindungen zwischen Zürich und Basel aus, weil die Verbindungslinie in Olten erneuert werden muss.

Die SBB verteidigen ihr Konzept und verweisen auf effizient durchgeführte Bauarbeiten. Vom angepassten Angebot in den Abendstunden auf den erwähnen Strecken seien täglich 1200 Reisende betroffen, weniger als ein halbes Prozent der Fernverkehrskunden.