Energie

Das zweite Basler Holzkraftwerk nimmt Form an

Visualisierung des zweiten Basler Holzkraftwerks

Visualisierung des zweiten Basler Holzkraftwerks

Das zweite Basler Holzkraftwerk nimmt Form an: Am Dienstag feierten die Industriellen Werke Basel (IWB) den Spatenstich. Dieser erfolgte rund ein Jahr später als geplant.

Bereits im Winter 2018/2019 soll das neue Holzkraftwerk (HKW) der IWB in Betrieb gehen. Es wird 44,7 Millionen Franken kosten und voraussichtlich eine Lebensdauer von 20 bis 30 Jahre aufweisen, bei Nachrüstungen auch länger. Das HKW wird, wie schon das bestehende, hauptsächlich mit Holz aus der Region «gefüttert». Da dieses Holz über die Zeit CO2 aus der Atmosphäre gebunden hat, ist dieser Brennstoff CO2-neutral. Pro Jahr hilft dieses Kraftwerk 19 000 Tonnen CO2 einzusparen. Zum Vergleich: Die gleiche Menge stossen 10 000 Autos aus, die 8000 Kilometer fahren, dies bei einem Verbrauch von fünf Litern auf 100 Kilometer.

Mittelfristig streben die IWB einen Anteil von 80 Prozent CO2-neutraler Fernwärmeproduktion an. Dieser beträgt heute rund 60 Prozent und wird nach der Inbetriebnahme des Kraftwerks auf 68 Prozent steigen. Verfeuert wird ein Mix aus Waldholz sowie Rest- und Altholz von Sägereien und Abbrüchen. Nicht zur Verbrennung im Holzkraftwerk angenommen wird Holz, das mit Schadstoffen belastet ist, wie etwa druckimprägniertes Holz.

IWB-Direktor David Thiel erinnerte am gestrigen Baubeginn-Event daran, dass ein Teil des Holzes in unseren Wäldern schwer oder nicht verkäuflich sei; für die Waldbesitzer – oftmals sind es Gemeinden – bedeute das Brennholz eine stabile Einnahmequelle. Preisverhandlungen seien im Gang, hiess es.

Das HKW soll rund 80 Millionen Kilowattstunden (kWh) Wärme und 27 Millionen kWh Strom produzieren. Nicht unwesentlich für die Rentabilisierung dieses Projekts: Für diesen Strom haben die IWB bereits 2012 Antrag auf kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) beantragt und 2016 die Zusage erhalten, sagte IWB-Projektleiter Benedikt Gratwohl gegenüber der bz.

Angebotsplus von 20 - 30%

Für die IWB bedeutet der Ausbau eine Zunahme des Fernwärmeangebots um 20 bis 30 Prozent. Der Absatz wird über das Fernheizungsnetz erfolgen, das in den kommenden Jahren weiter ausgebaut wird. Das Basler Fernwärmenetz versorgt heute 45 000 Haushalte und Betriebe. In den letzten Jahren wurden Gebiete wie das Erlenmatt-Areal, das Basler Dreispitz, das Grosspeter-Areal und das westliche Bruderholz an die Fernwärme angeschlossen.

Das neue HKW kommt unmittelbar neben das erste zu stehen, das 2008 ans Netz ging und in diesen acht Jahren zweimal zur Leistungssteigerung nachgerüstet wurde. Der Standort biete den Vorteil, dass Synergien bei Personal und Infrastruktur genutzt werden können, heisst es bei den IWB. Ursprünglich war das HKW beim Novartis Campus geplant, was beim Konzern nicht auf Gegenliebe stiess. Die jetzige Lösung sei in der Tat «noch besser», sagte Thiel.

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