«Momentan gibt es auf der Plattform ‹LenaBB› 384 offene Lehrstellen in 71 verschiedenen Berufen», sagt René Diesch, stellvertretender Leiter Mittelschulen und Berufsbildung des Kantons Basel-Stadt. Auf «LenaBB» sind alle gemeldeten Lehrstellen aufgelistet. Die absolute Zahl an offenen Lehrstellen könne dennoch nicht ermittelt werden, da die Meldung von Lehrstellenangeboten freiwillig erfolge, erklärt Diesch.

«Die Zahl an angebotenen Lehrstellen ist in diesem Jahr erneut angestiegen, die Anzahl an abgeschlossenen Lehrverträgen hingegen ist geringfügig gesunken», sagt Diesch. Grundsätzlich sollte es also kein Problem sein, eine Lehrstelle zu finden.

Diesch erklärt, wieso die Zahlen täuschen: «Die Situation präsentiert sich in den einzelnen Berufsfeldern sehr unterschiedlich. So gibt es noch zahlreiche offene Lehrstellen in Berufen, die gezielt leistungsstarke Jugendliche suchen, während leistungsschwache Jugendliche trotz grossem Angebot Mühe haben, eine Stelle zu finden.»

Kopf und Herz

Um dennoch fündig zu werden, können Suchende die App Yooture zur Hilfe ziehen. Das Zürcher Start-up wurde 2013 von drei ehemaligen Bankern gegründet. Mit dem Slogan «Because your perfect job exists» wirbt die Firma für eine Vorgehensweise, die mit der einer Dating-App zu vergleichen ist. Verkuppelt werden Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Yooture beschränkt sich dabei nicht nur auf die beruflichen Fähigkeiten, auch die Leidenschaft darf laut den drei Unternehmern nicht fehlen. Deshalb verlangt die App nähere Angaben zu «Kopf und Herz». Denn nur so findet das System beim Abgleich der Datensätze auch wirklich die passende Arbeitsstelle.

Der Prozess ist einfach: Für die Bewerbung via Yooture muss der Benutzer weder Lebenslauf noch Bewerbungsunterlagen hochladen. Einzig durch den Datensatz ordnet die App den Firmen Kandidaten zu. Die Firma kann dann entscheiden, welcher der vorgeschlagenen Kandidaten ihren Anforderungen am besten entspricht. Über die Dialogfunktion der App können Arbeitgeber und Arbeitnehmer daraufhin in Kontakt treten.

60 Prozent auf Jobsuche

Laut den drei Unternehmern sind 60 Prozent der arbeitstätigen Schweizer aktiv oder passiv auf Jobsuche. Die App soll den Markt der traditionellen Stellenvermittlung erweitern. Dabei steht die individuelle berufliche Identität des Nutzers im Vordergrund.

Neben Stärken zeigt Yooture dem Bewerber auch auf, in welcher Hinsicht er sich noch verbessern kann, um noch konkurrenzfähiger zu werden. «Yooture ist die erste Online-Job-App, die den Arbeitnehmer in den Fokus stellt», fasst das Unternehmen zusammen.