Die Region Basel wird in den nächsten Tagen überraschend zum Mekka für Fans der elektronischen Musik: Zunächst geht am 1. August das Techno-Festival Tension über die Bühne. Eine Woche später, vom 8. bis 10. August, wird diese Party noch getoppt durch das dreitägige «Isle of Dreams»-Festival im Umfeld der St. Jakobshalle an der Grenze von Basel-Stadt und Baselland.

(Quelle: youtube.com/Tension Festival

Tension Festival - Trailer für das Elektronik-Festival in Basel

Die Veranstalter des Mega-Festivals mit Ableger in Istanbul rechnen mit 30'000 Besuchern. Auftreten werden Szene-Helden wie Avicii, Calvin Harris oder Paul Oakenfold. Unangefochtener Hauptact ist aber David Guetta. Die Bedeutung des französischen House-DJs für die elektronische Musik lässt sich in etwa mit jener von Eminem für den Hip-Hop vergleichen: von der Masse geliebt, vom Untergrund gehasst.

(Quelle: youtube.com/Isle of Dreams)

Isle of Dreams - Trailer für das Techno-Festival in Basel

Eigentlich an der A1 geplant

Überraschend kommt die Häufung deshalb, weil das «Isle of Dreams» ursprünglich gar nicht in Basel geplant war. Im Frühling – die Künstler waren bereits gebucht, erste Tickets verkauft – hiess es, das Festival werde in Gunzgen unweit des Autobahndreiecks Härkingen stattfinden. Vor wenigen Wochen dislozierten die Veranstalter. Grund: Das Festival soll für ausländische Besucher attraktiver werden: «Basel ist in ganz Europa bekannt und zudem sehr gut erreichbar», sagt der Schweizer Medienverantwortliche Arnold Meyer. Der 48-Jährige verfügt über jahrzehntelange Erfahrung als Party-Organisator und wird «Technopapst» genannt.

Eine nicht unwesentliche Rolle spielt dabei die Tatsache, dass der Euro-Airport von Billig-Airlines aus vielen europäischen Städten angeflogen wird. «Basel ist die noch bessere Wahl als Zürich», sagt Meyer – selber ein Zürcher. «Isle of Dreams» soll international ausstrahlen. Meyer schätzt den Anteil ausländischer Besucher auf über 20 Prozent.

Touristisch dürfte die Region vom Festival eher indirekt profitieren: So rechnet Basel Tourismus nicht mit einer signifikanten Erhöhung der Hotelbuchungen während der drei Tage. Aus Image-Gründen sei es aber wertvoll, wenn Basel, das touristisch mit «culture unlimited» werbe, im Ausland als Hotspot für Jugendkultur wahrgenommen werde, sagt Basel-Tourismus-Sprecherin Christine Waelti. Dass das Festival über die Grenzen hinausstrahlen soll, entspricht dem Eindruck, den Basel Tourismus von einer Ticketverlosung gewonnen hat. «Wir haben von weit her Rückmeldungen erhalten», sagt sie.

Nach Mitternacht nur in der Halle

Während der drei Tage wird das St. Jakobareal von den Techno-Fans in Beschlag genommen. Die DJs hauen die pumpenden Beats dem Tanzvolk nicht nur in der Joggelihalle und im Musikclub A2 um die Ohren; die Hauptbühne wird unter freiem Himmel auf zwei Rasenplätzen aufgebaut. Das benachbarte Leichtathletikstadion und die Plätze westlich des Parkhauses dienen zum Campieren und für die Festival-Infrastruktur. «Isle of Dreams» ist seit dem Sonisphere-Festival 2011 mit Iron Maiden das grösste Open Air auf Münchensteiner Boden.

Doch wie kommt die Riesenkiste bei der Standortgemeinde an? Es bestehe eine vertragliche Vereinbarung, welche die Organisatoren verpflichte, eine Lärmobergrenze einzuhalten, informiert Gemeindepräsident Giorgio Lüthi. «Das Maximum liegt bei 100 Dezibel, nach 24 Uhr findet das Festival nur in der Halle statt.» Die Münchensteiner Polizei hat bei der Überwachung der Lautstärke die Federführung. Falls nötig, könnte sie eingreifen und den Regler runterdrehen, im Extremfall die Musik ganz abschalten. «Es wird sicher Beschwerde-Anrufe geben», prophezeit Lüthi. «Wir sind aber der Meinung, dass es so etwas hie und da braucht im Joggeli.»