Das Programm der laufenden Sommersession ist reich befrachtet: Der Nationalrat hat sich in der ersten Woche für mehr Transparenz im Parlament ausgesprochen sowie für eine Verschärfung des Waffenrechts. Zudem sollen die Parlamentarier weiter ein 1.-Klasse-GA zugute haben. Der Ständerat seinerseits hat sich bereit erklärt, Firmen zur Lohnanalyse zu verpflichten. Auch will er, dass Moscheen in der Schweiz weiterhin Gelder aus dem Ausland annehmen dürfen.

Viermal im Jahr kommen der 200-köpfige Nationalrat und die 46 Mitglieder des Ständerats zur Session in Bern zusammen. Dann wird debattiert, beraten, lobbyiert, nochmals diskutiert und entschieden. Drei Wochen lang sitzen die Parlamentarier fast tagtäglich von frühmorgens bis spätabends zusammen in Sitzungen, im Ratssaal oder an Anlässen. Dann ab ins Hotelbett, und am nächsten Morgen gehts gleich wieder mit Sitzungen los. Die wenigsten pendeln; weil es sich zeitlich kaum lohnt oder weil das Drumherum für manchen fast genauso wichtig ist wie der Ratsbetrieb selber.

Unter dem Strich bleibt nicht viel Freizeit. Ratsmitglieder sprechen von «unglaublich langen» Arbeitstagen. Nach der Session wollen die meisten denn auch nur noch zurück in den Heimatkanton. Es seien fast zu viele Eindrücke, die während der drei Wochen auf die Politiker einprasseln. «Man bekommt beinahe einen Lagerkoller.» Dennoch sind sich alle einig: Die Aufgabe als Bundesparlamentarier ist hoch spannend.