Einblick
Debatten und Lagerkoller: So leben Parlamentarier der Region Basel während der Session

Das Programm von National- und Ständerat in der laufenden Sommersession ist proppenvoll. Wie aber leben unsere Parlamentarier eigentlich während der drei Wochen in Bern?

Daniel Ballmer
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Die Region Basel in Bundesbern
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Eric Nussbaumer (SP, BL) will in Bern auch mal einfach nur über Gott und die Welt plaudern können
Silvia Schenker (SP, BS) will auf gar keinen Fall eine Abstimmung verpassen.
Sandra Sollberger (SVP, BL) lebt in zwei verschiedenen Welten
Christoph Eymann (LDP, BS) freut sich auf die Sessionen – und auch darüber, wenn sie wieder vorbei sind.
Geht die Session zu Ende, dann taucht bei Elisabeth Schneider-Schneiter (CVP, BL) die grosse Leere auf

Die Region Basel in Bundesbern

Keystone

Das Programm der laufenden Sommersession ist reich befrachtet: Der Nationalrat hat sich in der ersten Woche für mehr Transparenz im Parlament ausgesprochen sowie für eine Verschärfung des Waffenrechts. Zudem sollen die Parlamentarier weiter ein 1.-Klasse-GA zugute haben. Der Ständerat seinerseits hat sich bereit erklärt, Firmen zur Lohnanalyse zu verpflichten. Auch will er, dass Moscheen in der Schweiz weiterhin Gelder aus dem Ausland annehmen dürfen.

Viermal im Jahr kommen der 200-köpfige Nationalrat und die 46 Mitglieder des Ständerats zur Session in Bern zusammen. Dann wird debattiert, beraten, lobbyiert, nochmals diskutiert und entschieden. Drei Wochen lang sitzen die Parlamentarier fast tagtäglich von frühmorgens bis spätabends zusammen in Sitzungen, im Ratssaal oder an Anlässen. Dann ab ins Hotelbett, und am nächsten Morgen gehts gleich wieder mit Sitzungen los. Die wenigsten pendeln; weil es sich zeitlich kaum lohnt oder weil das Drumherum für manchen fast genauso wichtig ist wie der Ratsbetrieb selber.

Unter dem Strich bleibt nicht viel Freizeit. Ratsmitglieder sprechen von «unglaublich langen» Arbeitstagen. Nach der Session wollen die meisten denn auch nur noch zurück in den Heimatkanton. Es seien fast zu viele Eindrücke, die während der drei Wochen auf die Politiker einprasseln. «Man bekommt beinahe einen Lagerkoller.» Dennoch sind sich alle einig: Die Aufgabe als Bundesparlamentarier ist hoch spannend.

Entschädigungen

Das Parlament ist uns lieb und teuer

Parlamentarier, die vier Mal im Jahr während der dreiwöchigen Session in Bern logieren, müssen tief in die Tasche greifen. Doch keine Bange. Die Ratsmitglieder werden vom Bund gebührend entschädigt. So erhalten sie gemäss Parlamentsressourcengesetz allesamt ein jährliches Grundeinkommen von 26 000 Franken. Hinzu kommt eine Jahresentschädigung von 33 000 Franken für Personal- und Sachausgaben, die der Erfüllung ihres parlamentarischen Mandats dienen.
Zudem erhalten sie für jeden Arbeitstag ein Taggeld von 440 Franken. Kommissionspräsidenten bekommen das Doppelte. Nicht zu vergessen die Vorsorgebeiträge. Hinzu kommen eine Mahlzeitenentschädigung von täglich 115 Franken sowie eine Übernachtungsentschädigung von 180 Franken. Für Reisen im Inland steht weiter ein 1.-Klasse-GA zur Verfügung. Wer mit dem eigenen Fahrzeug unterwegs ist, wird ebenfalls entsprechend entschädigt. Das läppert sich zusammen: Unter dem Strich entstehen so Gesamtkosten von 37,4 Millionen Franken pro Parlamentsjahr.

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