Lärmplage

Deckel drauf und Ruhe: Regierung gibt nach und investiert in Osttangente

Die Basler Regierung will nun doch fünf Millionen Franken in den Lärmschutz der Anwohner investieren.

Das Projekt sei viel zu teuer und unwirtschaftlich. Jahrelang hatte sich die Basler Regierung um SP-Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels gegen eine Einhausung der Osttangente gewehrt. Der Grosse Rat aber hat nicht locker gelassen. Immer wieder beharrte das Kantonsparlament auf einem verstärkten Lärmschutz entlang der Basler Stadtautobahn. Die Anliegen der Anwohner seien endlich ernstzunehmen. Konkret forderte das Parlament, die Regierung solle das 30 Jahre alte Einhausungsprojekt auf den aktuellen Stand bringen und dem Parlament einen entsprechenden Ratschlag vorlegen.

Nun ist es soweit. Für Lärmschutzmassnahmen entlang der Osttangente beantragt die Regierung beim Grossen Rat insgesamt fünf Millionen Franken. Davon beantragt die Regierung eine Million für ein Vorprojekt zur Überdeckung der Stadtautobahn im Bereich Breite West. Für das in der Motion verlangte Dach über der Autobahn wird mit Gesamtkosten von 76 Millionen Franken gerechnet, falls mit dem Bau vor Inbetriebnahme des Rheintunnels begonnen wird. Als Beispiel wird immer wieder die Überdeckung des Autobahnzubringers in Zürich-Schwamendingen genannt, die seit wenigen Wochen im Bau ist. So solle auch in Basel eine akzeptable Wohnqualität entlang der Osttangente sichergestellt werden, forderte das Parlament.

Hälfte ist für Schallschutzfenster

Das ist aber noch nicht alles. Insgesamt will der Kanton 1900 Schallschutzfenster an 91 Liegenschaften ganz oder teilweise finanzieren, wie die Regierung gestern mitteilte. Bisher war von 1350 subventionierten Schallschutzfenstern an 59 Gebäuden die Rede. Die geschätzten Kosten steigen von 2 auf 2,5 Millionen Franken. So sei sicherzustellen, dass entlang der Osttangente in den Wohnräumen aller Anwohner die Lärmbelastung auf die Grenzwerte sinkt. Verbessern will die Regierung auch den Lärmschutz für das Gellertschulhaus, das Christoph-Merian-Schulhaus und drei Kindergärten, die an die Osttangente grenzen. Entlang dieser Bildungsstätten soll für 1,4 Millionen Franken eine 300 Meter lange Lärmschutzwand errichtet werden.

Die Basler Regierung will diese Lärmschutzmassnahmen zusätzlich zu jenen realisieren, die der Bund plant. Denn dieser könne auch von den gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerten abweichen, «wo Lärmschutz wirtschaftlich nicht umsetzbar ist», wie die Regierung in ihrer Mitteilung klarstellt.

Der Bund seinerseits legt sein Lärmschutzprojekt für die 1980 in Betrieb genommene Basler Osttangente ab Samstag für einen Monat öffentlich auf. Unter anderem soll die ganze Osttangente mit einem lärmarmen Deckbelag versehen werden. Weiter geplant ist unter anderem auch der Ausbau bestehender und der Bau zusätzlicher Lärmschutzwände, wie das Bundesamt für Strassen mitteilt. Mit der Umsetzung der Massnahmen kann frühestens 2022 begonnen werden.

Autor

Daniel Ballmer

Daniel Ballmer

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