Kostendruck

Defizit von 2 Millionen Franken: Das Felix-Platter krankt am Neubau

Das Felix-Platter-Spital steckt in finanziellen Schwierigkeiten.

Das Felix-Platter-Spital steckt in finanziellen Schwierigkeiten.

Das Basler Geriatriespital verzeichnet ein Defizit in Millionenhöhe – und ruft damit die Politik auf den Plan.

Die Erwartungen waren gross, als Direktor Jürg Nyfeler im Frühjahr 2018 zum ersten Mal zur Besichtigung des Rohbaus des neuen Felix-Platter-Spitals lud. Er rechne damit, mit dem «landesweit modernsten Zentrum» für ältere Menschen bis 2020 einen Gewinn von knapp drei Millionen Franken zu erwirtschaften.

Prognosen, die nicht mehr realistisch sind, wie die Kommunikationsabteilung des Spitals nun bestätigt. Letztes Jahr verzeichnete der Betrieb ein Defizit von 1,9 Millionen Franken – ein «gutes Resultat in anspruchsvollem Umfeld», wie die Spitalleitung in einer Medienmitteilung schreibt. Dazu kommen Abschreibungen von rund 7,4 Millionen für den Neubau und Zusatzkosten für die neue IT-Infrastruktur, was das Budget strapazieren wird.

«Die Abschreibungen werden die Rechnung belasten und stellen für die universitäre Altersmedizin Felix Platter eine grosse Herausforderung dar», schreibt die Mediensprecherin auf Anfrage der «Schweiz am Wochenende».

Kommt es nun erneut zu einem Stellenabbau?

Wie die Verantwortlichen dieses Defizit kompensieren wollen, ist derweil unklar. Aufgrund der modernen Infrastruktur rechnen sie künftig mit einer grösseren Auslastung als bisher. Zudem werde die Bevölkerung immer älter, was den Bedarf nach medizinischen Leistungen erhöhe.

Die Aussagen sorgen für Irritation. «Ich möchte keine PR-Antworten, sondern konkrete Zahlen und Lösungen», so SP-Grossrat Kaspar Sutter. Er befürchtet, dass aufgrund der Neubau-Kosten beim Personal gekürzt wird. Eine Befürchtung, die die Sprecherin des Spitals nicht zu entkräften vermag. «Wie alle Spitäler arbeitet die Universitäre Altersmedizin Felix Platter unter hohem Kostendruck und optimiert den Betrieb deshalb laufend», so die offizielle Stellungnahme.

SP-Grossrat Sutter hat nun eine entsprechende Interpellation eingereicht, in der er von der Regierung genaue Angaben zur finanziellen Lage des Spitals fordert. Der Regierungsrat müsse klarer Auskunft geben: «Wie sollen diese Kosten finanziert werden? Das Risiko trägt am Ende schliesslich die Allgemeinheit.» Es sei die Aufgabe des Gesundheitsdirektors Lukas Engelberger, beim Spital Lösungen einzufordern.

Dieser gibt sich momentan aber bedeckt. Das Gesundheitsdepartement (GD) verfolge die Entwicklung aufmerksam, schreibt die Kommunikationsverantwortliche auf Anfrage. Konkreter werden die Antworten nicht. «Wie sich der Geschäftsgang nun nach Bezug des Neubaus und nach Effizienzsteigerungsmassnahmen entwickelt, bleibt abzuwarten», so das GD.

Lange können die Verantwortlichen indes nicht mehr warten: Sutters Interpellation wird wohl in der Septembersitzung des Grossen Rates beantwortet.

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