Crowdfunding
Dem Zolli fehlen tausende von Franken

Für eine neue Elefanten-Waage sammelt der Basler Zolli momentan via Crowdfunding Geld. Nach zwei Dritteln der Zeit ist das Ziel noch weit weg.

Céline Feller
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Die Elefanten im Zolli müssen dringend regelmässig gewogen werden, um zu kontrollieren, ob die Tiere auch wirklich genug Nahrung zu sich nehmen.

Die Elefanten im Zolli müssen dringend regelmässig gewogen werden, um zu kontrollieren, ob die Tiere auch wirklich genug Nahrung zu sich nehmen.

Zoo Basel

Sie gehören im Zolli zu den beliebtesten Tieren: die Elefanten. Doch wenn es darum geht, für deren Wohlergehen etwas zu bezahlen, wird es offenbar kompliziert. Diesen Schluss lässt die momentan laufende Crowdfunding-Aktion des Zoo Basel zu.

Seit Ende Mai sammelt der Zolli erstmals auf diese Art und Weise Geld. Gebraucht würde dieses für eine Elefantenwaage, die in der neuen Anlage installiert werden soll. Da die alte Waage den Umzug in das 28-Millionen-Projekt «Tembea» nicht überstehen wird, sei diese Neuanschaffung unumgänglich.

Nach zwei Dritteln der Zeit – die Crowdfunding-Aktion läuft noch 34 Tage – ist die Bilanz aber ernüchternd. Gerade einmal 5820 (Stand gestern Abend) von den insgesamt angepeilten 28'000 Franken wurden bislang gesammelt. «Natürlich haben wir gehofft, dass wir bis jetzt mehr haben würden», sagt daher auch Roland Brodmann, stellvertretender Direktor und Chef Fundraising des Basler Zoos. Aber: «Besorgt sind wir nicht.» Zum einen stimmt ihn die verbleibende Zeit zuversichtlich, zum anderen die Tatsache, dass die eine oder andere Spende noch eingehen könnte. «Und dann geht plötzlich alles ganz rasch.»

Wieso eine grössere Unterstützung bislang ausgeblieben ist, wirft bei Brodmann Fragen auf: «Wir haben wirklich keine Ahnung, wieso. Vielleicht haben wir die Aktion zu wenig beworben auf Social Media.» Man sei es sich beim Zolli auch nicht gewohnt, dass man direkt auf Leute zugehen müsse. «Der Zolli bekommt oft Spenden, ohne dass eine Gegenleistung erwartet wird.» Man habe nun aber bemerkt, dass man aktiv auf Leute, die den Zolli besuchen, ansprechen müsse, um dem Ziel näher zu kommen.

Einen anderen Grund für die schleppend verlaufende Aktion sieht Brodmann darin, dass die Menschen, die oft in den Zolli gehen, vielleicht eher weniger auf der Crowdfunding-Homepage miteinander-erfolgreich.ch unterwegs seien.

«Tembea» fehlt eine Million

Doch auch wenn man bei der Lancierung des Projekts betonte, dass man «dringend darauf angewiesen» sei, macht man sich keine Sorgen. Auch nicht, nachdem man den Trumpf, sprich Gelder einer Stiftung, den man im Ärmel hatte, bereits für ein Ultraschall-Gerät ausgegeben hat. «Wenn wir das Geld mit Crowdfunding nicht zusammenbringen, werden wir die Elefantenwaage wahrscheinlich mit Spenden finanzieren.» Diese hätte man sonst wie üblich für Futter ausgegeben, würde diese nun aber für die Waage ausgeben. Denn Letztere sei elementar, um kontrollieren zu können, dass die Elefanten auch wirklich genug essen.

Während das Projekt der Waagen-Finanzierung noch nicht wie gewünscht läuft, hat der Zolli dafür bei der Finanzierung der ganzen Anlage gute Nachrichten: «Für ‹Tembea› fehlt uns nur noch zirka eine von den 28 Millionen», sagt Brodmann. Da die letzte Rechnung für die neue Anlage im Sommer 2017 bezahlt werden dürfte, ist man optimistisch, dass das an dieser Stelle fehlende Geld bis dann mit Spenden gesammelt werden kann.