Sie opfern ihr Leben unfreiwillig für die Forschung: Affen, die als Versuchstiere genutzt werden. Zum Beispiel im Max-Planck-Institut im deutschen Tübingen. Videos von Organisationen wie Soko Tierschutz und Peta zeigen die Qualen, denen sie ausgesetzt sind. Die 2008 gegründete Tierrechtsgruppe Basel (TRGBS) kämpft gegen diese Tiernutzung. Und dagegen, dass die Tiere zu den Labors gebracht werden.

Die Air France ist eine der letzten Fluggesellschaften, die für Tierversuche bestimmte Affen im Frachtbereich von Passagierflugzeugen befördert. Der Transport mit Frachtflugzeugen ist teurer. Er lohnt sich für die Kunden kaum. «Das Ziel unserer Kampagne ist es, dass solche Tiertransporte ganz ausbleiben. Dann fehlt den Labors der Nachschub für weitere Versuche», erklärt ein Mitglied der TRGBS.

Ein kleines Kostüm-Theater

Seit einem Jahr demonstriert die Gruppe deshalb einmal monatlich vor den Air-France-Schaltern im Basler Euro-Airport. Gegen die Air France, nicht gegen den Euro-Airport: Über ihn laufen keine dieser Transporte. An den Demos ziehen die Tierrechtler Kostüme an und führen ein kleines Theater auf: Sie zeigen, wie die Affen in kleine Käfige gezwängt werden. «Das zieht grosse Aufmerksamkeit auf sich. Die Passagiere am Flughafen erkundigen sich bei uns.» Die Teilnehmerzahl an den Demos steigt, auch Mütter mit Kindern seien dabei.

Am Flughafen zeigen sie Transparente der Antispeziesistischen Aktion und der 1883 in Genf gegründeten Schweizer Liga gegen Vivisektion. Die Demo ist Teil der internationalen Kampagne «Stop Vivisection». Am 1. März gibt es zum Beispiel eine in Hamburg von der deutschen Arbeitsgruppe Ärzte gegen Tierversuche. «Der öffentliche Druck gegen die Transporte nimmt weltweit zu und schadet dem Business. Die Lufthansa hat deshalb solche Transporte eingestellt», sagt ein Mitglied der TRGBS. Die TRGBS kommt mit den französischen Soldaten und Polizisten gut aus, die die Demos überwachen. «Auch wenn die Bewilligung vermehrt an Bedingungen geknüpft wird.»

Flugbetrieb nicht gestört

Dass die TRGBS sich als emanzipatorische und antikapitalistische Gruppe versteht, die auch gegen Ausschaffungsflüge demonstriert, hält einige Tierfreunde von der Mitgliedschaft ab. Doch die Position der Gruppe ist klar: Der Kapitalismus versuche, den Veganismus zu integrieren und die fundamentale Ausbeutungskritik der linken Tierbefreiungsidee auszublenden, so die Gruppe in einem Interview. «Wir sind trotzdem eine offene Gruppe und nehmen Kritik an.»

«Die bewilligte Demo hat den Betrieb bis jetzt nicht gestört. Für uns ist wichtig, dass die Kunden wie gewohnt frei zirkulieren können», sagt EAP-Sprecherin Vivienne Gaskell. Air France verzichtete gegenüber der bz auf eine Stellungnahme.