Zu ihrem Jubiläumsjahr hat sich "Denk an mich" ein neues strategisches Leitbild gegeben. Dieses rückt die Inklusion ins Zentrum, also die uneingeschränkte und selbstbestimmte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am gesellschaftlichen Leben. Zehn besonders innovative Projekte mit diesem Fokus werden am Festakt mit je 50'000 Franken prämiert, teilte die Stiftung am Donnerstag mit.

75'000 Spenderinnen und Spender

Nach Angaben der Stiftung haben in den vergangenen 50 Jahren rund 75'000 Menschen für "Denk an mich" gespendet. Zusammengekommen sind so insgesamt mehr als 110 Millionen Franken.

Der bisherige Spendenrekord wurde 2010 verzeichnet mit 6,9 Millionen Franken, wie Geschäftsführerin Sara Meyer auf Anfrage sagte. Zu verdanken ist dieser Rekordwert einem Legat von drei Millionen Franken der 2008 verstorbenen Sängerin Monica Morell.

Mit den Spendengeldern und Legaten finanziert die Stiftung zahlreiche Ferien- und Freizeitaktivitäten für Menschen mit Behinderung. Dazu kommen eigene Projekte wie "Spielplätze für alle" oder die Unterstützung beim barrierefreien Umbau von Jugendherbergen oder Reka-Dörfern.

Wie viele Menschen im Laufe der Zeit von "Denk an mich" unterstützt wurden, weiss man bei der Stiftung nicht. Bearbeitet werden pro Jahr jedoch rund 2000 Gesuche. Allein 2017 konnten mehr als 28'000 Menschen mit Beeinträchtigung die unterstützten Angebote, wie es bei der Stiftung hiess.

Bekannt dank dem Radio

Geschäftsführerin Meyer geht davon aus, dass "Denk an mich" nahezu allen Menschen mit einer Behinderung oder Beeinträchtigung ein Begriff ist. Dass breite Bevölkerungskreise die Aktion kennen, ist der wöchentlichen Sendung von Radio SRF zu verdanken, auf der jeweils über Spenden berichtet wird.

Begonnen hatte die Aktion, als Jeannette und Martin Plattner in Kinder- und Jugendsendungen über Behindertenprobleme berichteten. Angeregt von der deutschen TV-Sendung "Aktion Sorgenkind" ging "Denk an mich" am 18. August 1968 erstmals auf Sendung.

Kurz darauf wurde auch die gleichnamige Solidaritätsstiftung des Schweizer Radios und Fernsehens SRF gegründet. Später gelang es, die Aktion auch dem erwachsenen Publikum zugänglich zu machen.

Das Journalistenpaar Plattner führte die Stiftung während 38 Jahren. 2006 übernahm Catharina de Carvalho die Leitung. Nach ihrer Pensionierung wurde im vergangenen April Sara Meyer neue Geschäftsführerin. Stiftungsratspräsident ist Mariano Tschuor.