ÖV-Information
Denkmalpflege vermiest Kundenservice am Bahnhof

Vor dem Bahnhof SBB dürfen die Busbetriebe keine Anzeigetafeln aufstellen, weil das die Denkmalpflege verboten hat. Die BVB versprechen aber, noch dieses Jahr einen zweiten Anlauf zu nehmen und erneut ein Gesuch stellen zu wollen.

Stephan Dietrich (Text und Foto)
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Trotz der vielen Reisenden ist die Information beim Bahnhof SBB nicht gerade einladend.

Trotz der vielen Reisenden ist die Information beim Bahnhof SBB nicht gerade einladend.

Im Sommer 2010 haben die Basler Verkehrsbetriebe (BVB) die Haltestelle der Buslinie 50 beim Bahnhof SBB direkt vor den Haupteingang verlegt, dorthin, wo früher die Taxis auf Kundschaft gewartet haben. Allerdings macht die Haltestelle bis heute den Eindruck eines Provisoriums. Der gedruckte, für Leute mit weniger guten Augen schlecht lesbare Fahrplan steht auf einem massigen Pfosten. Nicht gerade eine Visitenkarte an einem auch von Touristen stark frequentierten Ort.

Kundenservice mangelhaft

Eine elektronische Anzeige, bei BVB-Haltestellen mit genug hoher Fahrgastfrequenz heute Standard, sucht man vergeblich. «Wir hätten dort gerne eine elektronische Anzeige samt Billettautomat aufgestellt, aber bereits bei der Begehung wurde vom Denkmalschutz das Aufstellen der elektronischen Anzeigetafeln kategorisch abgelehnt», erklärt BVB-Sprecherin Dagmar Jenny. Der kantonale Denkmalpfleger Daniel Schneller kann sich nicht an die Sache erinnern. Leicht erklärbar, denn das Veto hat noch sein vor zwei Jahren pensionierter Vorgänger ausgesprochen.

Seither scheint in dieser Sache nichts mehr gegangen zu sein und die BVB haben das Provisorium stehen lassen. Dagmar Jenny verspricht aber, dass die BVB noch dieses Jahr einen zweiten Anlauf nehmen und erneut ein Gesuch stellen wollen.

Pfosten muss wieder weg

Einige Meter entfernt befindet sich neben dem Eingang des französischen Bahnhofs die Haltestelle der Buslinie 48. Auch dort fehlt eine elektronische Anzeige, die entsprechenden Vorbereitungen scheinen allerdings getroffen. Seit über einem Jahr steht dort ein Pfosten samt «Galgen» für das Anbringen der Anzeigetafel. Man warte nur noch auf den Monitor, vermutet Dagmar Jenny.

Doch kurz darauf kommt das Dementi: Die Einrichtung müsse wieder entfernt werden. Ob da die Anfrage der Basellandschaftlichen Zeitung schlafende Hunde geweckt hat?

Verteilboxen für Gratiszeitungen erlaubt

Vor dem Spalentor fehlt ebenfalls eine elektronische Fahrgastinformation. Dort lehnte die Denkmalpflege das Gesuch mit der Begründung ab, die Monitore würde sich direkt vor das Spalentor schieben, was die Beeinträchtigung durch die bestehenden Masten noch beträchtlich vermehren würde, berichtet Dagmar Jenny. Anders als beim Bahnhof SBB wollen die BVB dort nicht nachhaken. Gleich wie vor dem historischen Bahnhofgebäude stehen vor dem Spalentor Verteilboxen für Gratiszeitungen in grellen Farben. Zumindest für das Laien-Auge wirken sie um einiges störender als die grau-schwarzen BVB-Monitore.