Umstritten

Der 1. Mai ist nicht bei allen in der Region beliebt

Am 1. Mai haben die Menschen in Baselland und Basel-Stadt frei.

Am Mittwoch haben die Menschen in Baselland und Basel-Stadt frei. Sie sind damit in der Schweiz in der Minderheit, denn nur in wenigen Kantonen gilt der Tag der Arbeit als gesetzlicher Feiertag.

Neben beiden Basel ist dies noch in Neuenburg, Zürich, Jura, Schaffhausen, Thurgau und Tessin der Fall. In Solothurn, Aargau und Freiburg wird in der Regel nur am Vormittag gearbeitet. In der restlichen Schweiz ist der 1. Mai ein regulärer Arbeitstag.

Der Historiker und ehemalige SP-Landrat Ruedi Brassel äussert sich auf Anfrage der bz zu den Hintergründen des Tages der Arbeit in der Region. «Als gesetzlicher Feiertag gilt der 1. Mai in Basel-Stadt seit 1923 und im Baselbiet seit 1969.» Dass der 1. Mai heute in beiden Basel ein gesetzlicher Feiertag ist, sei auf die Zeit nach den Weltkriegen zurückzuführen. «In der Nachkriegszeit ist die Arbeiterbewegung in der Region besonders stark ausgeprägt gewesen.»

Die Ursprünge des 1. Mai liegen im 19. Jahrhundert. Zu Beginn des Jahres 1886 rief die nordamerikanische Arbeiterbewegung zum Generalstreik am 1. Mai auf. Ihr Ziel war es, den Arbeitstag in den Vereinigten Staaten auf acht Stunden zu begrenzen. Dies in Anlehnung an die Massendemonstration vom 1. Mai 1856 in Australien, deren Teilnehmer ebenfalls die Einführung des Achtstundentags gefordert hatten.

Überflüssiger Feiertag?

Der Tag der Arbeit ist in der Region umstritten. Angezweifelt wird, ob der Feiertag noch zeitgemäss ist. Im Baselbiet reichte Balz Stückelberger bereits vor drei Jahren einen Vorstoss ein. Der FDP-Landrat beantragte, den 1. Mai aus dem kantonalen Ruhetagsgesetz zu streichen und zu prüfen, ob an seiner Stelle ein anderer gesetzlicher Feiertag festgelegt werden könnte. Der Vorstoss wurde damals abgelehnt.

Im Stadtkanton liegt ein konkreter Vorschlag vor, welche Tage anstelle des 1. Mai als gesetzliche Feiertage gelten könnten. SVP-Grossrat Alexander Gröflin möchte mit einem Vorstoss den Montag- und den Mittwochnachmittag der Basler Fasnacht neu als Feiertage definieren.

Kundgebungen in der Region

Der Feiertag steht in beiden Basel im Zeichen des Frauenstreiks vom 14. Juni. In Basel beginnt die Demonstration um 11 Uhr auf dem Messeplatz und um 11.30 Uhr startet die Kundgebung auf dem Barfüsserplatz. In Liestal treffen sich die Demonstranten um 13.30 Uhr beim Bahnhof. Um 14 Uhr findet in der Rathausstrasse eine Kundgebung statt.

Unter den Rednerinnen befindet sich in Basel Toya Krummenacher, Präsidentin des Basler Gewerkschaftsbundes. In Liestal wird SP-Nationalrätin Samira Marti eine Rede halten. (OOK)

Autor

Brooke Keller

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