Sparmassnahmen
Der Abbau schadet der ganzen Region

Der Kanton Basel-Stadt bringt kein Verständnis dafür auf, dass Baselland mit seinen Sparmassnahmen die wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Region gefährdet. Zudem ist ein Lastenausgleich für Kultur und Bildung auch eine Frage der Gerechtigkeit.

Matthias Zehnder
Matthias Zehnder
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Baselland gefährdet mit seinen Sparmassnahmen bei Uni und Kultur die wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Region. (Symbolbild/Archiv)

Baselland gefährdet mit seinen Sparmassnahmen bei Uni und Kultur die wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Region. (Symbolbild/Archiv)

Roland Schmid

Kein Zweifel: Baselland muss sparen. Finanzdirektor Anton Lauber hat am Mittwoch ein Budget vorgelegt, das für das nächste Jahr ein Minus von über 60 Millionen Franken vorsieht. Und auch das nur, wenn er alle Sparmassnahmen wie geplant realisieren kann. Im Kanton Basel-Stadt ist Verständnis für die schlechte Finanzlage des Nachbarkantons vorhanden – und wohl auch eine gewisse Bereitschaft, dem Partnerkanton zur Seite zu stehen.

Wenig Verständnis kann der Stadtkanton dafür aufbringen, wie die Partner auf dem Land ihre Sparvorhaben durchbringen wollen. Dabei ist weniger das populistische Poltern im Landrat das Problem als das Wohlwollen, das insbesondere die neue Bildungsdirektorin ebendiesem Poltern entgegenbrachte.

Kein Verständnis bringt die Stadt dafür auf, dass der Landkanton mit seinen massiven Kürzungen nicht nur eine Reihe von Kulturinstitutionen aufs Spiel setzt, sondern damit und mit dem Vorgehen gegen die Universität die wirtschaftliche Entwicklung der ganzen Region gefährdet. Kultur und Bildung sind seit dem Konzil zu Basel nicht einfach Kostenfaktoren, sondern für die Region wirtschaftlich von grosser Bedeutung.

Zudem: Ein Lastenausgleich für Kultur und Bildung ist auch eine Frage der Gerechtigkeit. Wenn gleich viele Menschen aus dem Land- wie dem Stadtkanton an der Uni studieren, das Theater oder die Museen besuchen, dann muss sich der Landkanton auch an den Kosten beteiligen. Die beiden Appenzell und der Thurgau machen das in St. Gallen auch.