«Update Fitness»

Der Ärger ist gross: Aus dem Gundeli-Casino wird ein Fitnesscenter

Das Gundeli-Casino hat ausgedient – neu sollen Menschen darin schwitzen.

Das Gundeli-Casino hat ausgedient – neu sollen Menschen darin schwitzen.

Der einst als Versprechen ans Quartier gebaute Saal wird zu einer Filiale von «update Fitness».

Das Gundeli-Casino ist als Veranstaltungsort bald Geschichte. Der grösste Publikumssaal südlich des Bahnhofs SBB wird abgerissen und zu einem Fitness-Center umgebaut. Dies schreibt die «Gundeldinger Zeitung» mit Berufung auf eine aktuelle Baupublikation. Es handelt sich um eine Filiale der Ostschweizer Kette «update Fitness».

Die Redaktion der Gundeli-Zeitung – und damit des Sprachrohrs des zweitgrössten Stadtquartiers – ist ausser sich: «Ein Fitness-Club am Ende der Fahnenstange», schreibt die Zeitung in einem langen Artikel dazu. Man verliere «nach 118 Jahren unser Quartier-Zentrum, unseren Saal, unseren Treffpunkt». Zudem führt die Zeitung von Herausgeber Thomas Weber eine lange Liste von Events an, die im Saal stattgefunden haben, darunter Boxkämpfe, Konzerte, Vorfasnachtsveranstaltungen und Podiumsdiskussionen.

Ärger über den Wechsel, aber Aufatmen bei den Betreibern

Allerdings wurden publikumsträchtige Anlässe in den vergangenen Jahren rar. Der Quartierblatt-Artikel voller Reminiszenzen an den dreimal umfassend umgebauten Bau endet wehklagend: «Es ist eine echte Tragödie, das Ganze.» Einsprachen gegen den Umbau des grossen Saales seien keine eingetroffen, wie Herausgeber Weber in seinem Kommentar schreibt, alle hätten aufgegeben.

Die Realität sieht für die Gundeldinger Casino AG anders aus. Die Betreiberin des Gebäudes hatte mit stark sinkender Nachfrage zu kämpfen, wie Verwaltungsratspräsident Wilfred Stoecklin gegenüber der bz sagt. Von den verbliebenen 350 Plätzen seien am Schluss nur noch höchstens 100 belegt gewesen – und selbst dies nur, wenn eine grössere Firma den Saal gebucht hatte. Dazwischen stand der Saal teils wochenlang leer. «Wir haben seit Jahren versucht, den Saal für Vereine und Firmenanlässe am Leben zu erhalten – ohne Erfolg», sagt Stoecklin. Hauptnutzer war zuletzt das Kammerorchester Basel, doch dieses zieht im kommenden Jahr ohnehin in die umgebaute Kirche Don Bosco im Breite-Quartier. «Der Entscheid hat natürlich wehgetan», so Stoecklin weiter, doch die Vorteile überwiegen: Die Fläche werde besser genutzt und der Mietzins sichere das Weiterbestehen der AG, an der wiederum viele der Vereine beteiligt sind.

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