Die Tiktoker - Teil 4
Der Baselbieter Tiktoker Aditotoro lockt mit Witz und Schnautz

Wer durch die App TikTok scrollt, kommt nicht an Aditotoro vorbei. Der 21-Jährige ist einer der bekanntesten Baselbieter Tiktoker.

Deborah Gonzalez
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Markante Sonnenbrille, Schnauzer und Pilzfrisur – so kennt man ihn aus den sozialen Medien. «Willkommen in dem wohl bekanntesten Zimmer der Schweiz», sagt Adrian, besser bekannt als Aditotoro, in die Kamera. Ein Zimmer in einem alten Bauernhaus im Kanton Baselland. Die vielen Fenster geben den Blick auf ganz viel Grün frei. Ein augenscheinlich bescheidener Hintergrund für den flippigen 21-Jährigen, der vor allem durch sein gewöhnungsbedürftiges Auftreten auffällt.

Adrian dürfte vor allem der hiesigen Jugend bekannt sein. Denn er zeigt sich auf Tiktok, Youtube, Instagram und Twitch, wo ihm Hunderttausende von Leuten bei alltäglichen Dingen zuschauen. Alleine auf Tiktok zählt der junge Baselbieter über 14 Millionen Likes. Er gehört damit zu den erfolgreichsten Schweizer Tiktokern.

Dabei ist er noch ziemlich neu in dem Game, wie er es nennt. «Ich mache das erst seit Anfang des Jahres so richtig», sagt er. Dann schwelgt er in Erinnerungen: «Schon fast ein ganzes Jahr lang. Es ist sehr viel passiert in so kurzer Zeit, das ist schon verrückt.»

Als verrückt bezeichnen viele den jungen Tiktoker, denn er hat etwas gewagt, was kaum einer in der Schweiz gemacht hat. Seit Januar dieses Jahres ist der 21-Jährige mit Social Media selbstständig. Tiktok, Instagram, Youtube und Twitch sind sein Beruf. Doch auch wenn das Interesse in Sachen soziale Medien schon immer präsent gewesen sei, wollte Adrian zuerst in Richtung Finanzen gehen. «Es war interessant, aber etwas hat mir gefehlt», sagt er. Danach folgten ein Praktikum bei «Radio Basilisk» und Zivildienst.

Emmi, Europapark und Redbull klopften bei Aditotoro an.

Emmi, Europapark und Redbull klopften bei Aditotoro an.

Roland Schmid

Seinen Youtube-Kanal habe er immer nebenbei bewirtschaftet, bis er eine Nische für sich entdeckt habe: «Die schweizerdeutsche Szene ist im Kommen – davon bin ich jetzt immer noch überzeugt.» Und seine immer steigende Followeranzahl scheint ihm recht zu geben. Selbst grosse Firmen wie Europapark, Emmi Caffè Latte oder Redbull wollen mit der Figur Aditotoro zusammenarbeiten.

Er hebt sich von anderen ab, das weckt das Interesse

Aber: Wer ist Aditotoro? «Ich polarisiere halt, vor allem mit dem Schnauz. Aber genau das liebe ich auch, das ist gewollt», sagt er. Dabei sei der Oberlippenbart gar nicht geplant gewesen, sondern vielmehr aus einem Witz entstanden. Der habe ihm aber so sehr gefallen, dass er dann doch geblieben ist. «Er passt zu meiner 80er-Frisur und meinem Brocki-Style.»

Ausgefallene Hemden in bunten Farben, mit auffälligen Mustern. Hüte und Mützen, die aussehen wie Ladenhüter und Sonnenbrillen, zu denen selbst die Modebewussten nicht greifen würden – durch genau diesen Stil fällt der Baselbieter auf. Denn scrollt man durch Tiktok, scheinen alle gleich auszusehen. Doch Adrian hebt sich ab und genau das mögen seine Followerinnen und Follower an ihm. Kommentare wie «Ich feier dich» und «Du bist cool, weiter so» sind immer wieder unter seinen Videos zu finden.

Trotzdem sieht sich Adrian nicht als ein typischer Tiktoker. Die kleinen, aber feinen Unterschiede würden es seiner Meinung nach ausmachen: «Ich schneide meine Videos niemals in der App, ausserdem überlege ich mir immer ein Script, dem ich dann folge.» Die Ideen zu seinen Videos finde er im Alltag. Die Top fünf der schlechtesten Weihnachtsgeschenke; Europapark-Songs, die jeder kennt, oder die fünf Skifahrtypen.

Dabei habe er nur ein Ziel: «Die Themen sollen meine Follower ansprechen, sie sollen denken ‹Oh ja, stimmt› und sich damit identifizieren können.» Liest man sich die Kommentare auf den Videos durch, scheint Adrian alias Aditotoro das erreicht zu haben.