Der Erfolg ist eine zweischneidige Sache: Bereits eine ganze Saison konnte die erste Männermannschaft des Basketballclubs Bären (BC Bären) in der zweithöchsten Basketballliga der Schweiz bestreiten. Im Februar 2019 folgte dann aber der Schock: Der Kleinbasler Klub teilte mit, dass er aus finanziellen Gründen keine weitere Saison mehr in der NLB bestreiten könne.

Die Resignation hielt nicht lange an: Wie die bz berichtete, schöpften die Bären schnell neue Hoffnung und verkündeten Anfang Juni die Lancierung einer Spendenaktion zur Finanzierung des Ligaerhalts.

Zum Auftakt bewarben die Basketballer ihre Kampagne mit einem Showtraining auf dem Claraplatz. Daran nahmen die Nati-B-Mannschaft und die jüngsten Klubmitglieder – die sogenannten «Teddybären» – teil. Damit begann die grosse Geldsammelaktion. Rasant stieg die gespendete Summe nach oben und mithilfe der Crowdfunding-Plattform «Wemakeit» ist der BC Bären nun bereits kurz vor dem Ziel: Von den anpeilten 25 000 Franken, die zur Finanzierung einer weiteren NLB-Saison vonnöten sind, wurden nach gut einem Monat Laufzeit bereits über 20 000 Franken gespendet.

Zuversichtlich für die letzten Spendentage

Für die verbleibenden rund zwanzig Prozent bleiben noch genau sechs Tage Zeit. Auch der Klub zeigt sich indessen zuversichtlich. Auf seiner Website lässt er verlauten: «Von den 25'000 Franken fehlen uns nur noch 5000! Wir schaffen es!»

Wer den Kleinbasler Basketballclub unterstützen will, geht nicht mit leeren Händen aus: Man
hat die Wahl zwischen über dreissig Unterstützungsmöglichkeiten. Für eine Spende von 75 Franken kann beispielsweise zwischen einem VIP-Ticket für das Erst- oder Zweitrundenspiel der neuen Saison, einem Original-Bärentrikot, in dem die Meisterschaftsspiele bestritten werden, und dem Bärenbuch «Der Bär ist los!» gewählt werden.

An das Höchstangebot hat sich bisher aber noch niemand gewagt: Für einen Zustupf von 1000 Franken erhält man im Gegenzug ein Autowascherlebnis sondergleichen: Spieler der ersten Mannschaft reinigen für den Maximalbetrag das Fahrzeug des Spenders – bekleidet in Unterwäsche. Nach Bedarf kann jedoch auch ohne eine Gegenleistung gespendet werden. Über die Hälfte der bisher zusammengekommenen Gelder besteht aus solchen Unterstützungen.

Vom Integrationsprojekt zum Spitzensport

Vielleicht kam der grosse Erfolg etwas zu überraschend. Am Anfang verfolgte der Klub nämlich in erster Linie andere Ziele als nur den sportlichen Erfolg. Die Geschichte begann im Jahr 1998: Engagierte Leute aus dem Raum Kleinbasel vereinigten sich zu der «Gesellschaft zum Bären», um das friedliche Zusammenleben im Kleinbasel zu fördern.

Das Integrationsprojekt mit multikulturellem Charakter fand bei der Bevölkerung schnell Anklang: 1999 organisierte die Gesellschaft zum Bären mit der Bärennacht – ein Basketballturnier für Jugendliche – das erste Event, welches übrigens heute noch jährlich durchgeführt wird. Bereits zwei Jahre später wurde dann der Basketballclub Bären gegründet. Anstoss dazu war die Überlegung, dass Sport die ideale Tätigkeit sei, um eine soziale Gemeinschaft zusammenzuschweissen. Basketball bot sich hierbei besonders an, da im Kleinbasel die meisten Quartiere mehr Betonflächen als Grünareale besitzen.

Mittlerweile zählt der Klub 230 Aktivmitglieder aus vierzig verschiedenen Nationen; die bewusst tief gehaltenen Mitgliederbeiträge sollen auch finanziell schlechter gestellten Menschen ermöglichen, Teil des Vereins zu sein. Genau zehn Mannschaften umfasst der Bärenclub heute – fünf Herren-, drei Damen und zwei gemischte Teams. Das vorbildliche Konzept der Integration scheint vollends aufgegangen zu sein.