Coronavirus
Der Basler Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger: «Spitäler sind existenziell bedroht»

Der Basler Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger äussert sich zu den Folgen des Lockdowns in den Spitälern der Region. Doch nicht die Pflege bekommt den Lockdown zu spüren, sondern die Finanzen.

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Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger stellt klare Forderungen an die Kostenbeteiligung auf.

Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger stellt klare Forderungen an die Kostenbeteiligung auf.

niz Bild: Nicole Nars-Zimmer

Die Coronakrise setzt den Spitälern dieser Region arg zu. Allerdings nicht im Rahmen der Pflege, sondern der Finanzen. Zentrumsspitäler verlieren wegen Corona jeden Tag eine Million Franken, sagte der Basler Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger am Donnerstag in einem Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung».

Engelberger stellt darin klare Forderungen an die Kostenbeteiligung auf. «Es ist selbstverständlich, dass die Kantone hier in der Verantwortung stehen. Der Bund hat als Verordnungsgeber allerdings direkt in die kantonale Kompetenz eingegriffen. Es wäre nichts als fair, wenn er sich an den finanziellen Folgen beteiligen würde.» Dasselbe gelte für die Versicherer, die zurzeit vom Aufschub vieler Eingriffe profitieren würden.

«Die Einnahmeausfälle sind zum Teil drastisch», sagte der Gesundheitsdirektor: «In der Region Basel sprechen wir von einem Rückgang von bis zu einem Drittel der stationären Patienten bei Spitälern mit einer breiten Angebotspalette. Bei den ambulanten Patienten und bei Kliniken, die sich auf Wahleingriffe spezialisiert haben, ist der Rückgang noch viel grösser.» Für viele Häuser könne dies existenzbedrohend sein.

Letztlich seien von dieser Krise auch Spitäler betroffen, die systemrelevant sind. «Im Gesundheitswesen werden derzeit ausserordentliche Leistungen erbracht. Es wäre nicht nachvollziehbar, wenn diese Branche von den Hilfspaketen des Bundes nicht profitieren könnte.» Er könne sich auch nicht vorstellen, dass in der Bevölkerung der Wunsch nach einer Strukturbereinigung im Spitalwesen ausgerechnet jetzt wachsen sollte.