Grosser Rat

Der Basler Grosse Rat weist Vorlage zum Rosentalturm zurück

Projektvorschlag von Herzog & de Meuron für den neuen Rosentalturm am Basler Messeplatz.

Projektvorschlag von Herzog & de Meuron für den neuen Rosentalturm am Basler Messeplatz.

Der Basler Grosse Rat debattierte am Mittwoch höchst kontrovers über das Neubauprojekt eines neuen Hochhauses am Messeplatz. Mit deutlichem Mehr wies er die Vorlage schliesslich an die vorberatende Kommission zurück.

Der Neubau des Wohn-, Hotel- und Dienstleistungszentrums Rosentalturm anstelle des heutigen Parkhauses der MCH Messe Basel stiess im Grossen Rat im Grundsatz zwar auf viel Wohlwollen. Höchst umstritten waren indes Details, wie die Anzahl der Parkplätze im neuen unterirdischen Parking, der Mindestanteil an gemeinnützigem Wohnanteil oder die Fällung von Bäumen auf der benachbarten Rosentalanlage.

Entsprechend hatte bereits die vorberatende Bau- und Raumplanungskommission (BRK) kräftig an dieser Vorlage herumgeschraubt. Sie präsentierte eine in vielen Punkten angepasste Vorlage, die der Kommissionspräsident als heftig erstrittenen Kompromiss bezeichnete. Dieser kam im Grossen Rat aber nicht gut an.

Am meisten zu reden gab der Vorschlag der BRK, einen Mindestanteil von 40 Prozent für den gemeinnützigen Wohnbau festzulegen. Dieser Punkt stiess bei den bürgerlichen Fraktionssprechern und auch beim zuständigen Bau- und Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels auf Widerstand. Mit diesen Vorgaben liesse sich wohl kaum ein Investor finden, hiess es.

Umstritten war auch der BRK-Vorschlag zu den Parkplätzen. Die MCH Messe Basel hatte für ihr neues unterirdisches Parking die Zahl von 1448 Parkplätzen beantragt. Dies hätte dem ursprünglichen Bestand des heutigen Parkhauses entsprochen. Durch den Neubau des Messezentrums waren aber 305 Plätze verloren gegangen. Die Kommission beantragte nun, die Anzahl der Parkplätze auf dem reduzierten Bestand von 1143 zu belassen.

Grüne gegen Baumfällung

Dazu hatte die Kommission beschlossen, dass die elf geschützten Rosskastanien auf der benachbarten Rosentalanlage, die wegen des Neubaus gefällt werden müssten, durch die doppelte Anzahl an neuen Bäumen ersetzt werden. Dieser Vorschlag stiess wiederum beim Grünen Bündnis auf Ablehnung. Der Fraktionssprecher plädierte dafür, die Baulinie so anzupassen, dass die geschützten Bäume stehengelassen werden können.

Unterstützt wurde der Kompromissvorschlag letztlich nur vom SP-Sprecher. Aber auch er sprach von einer Vorlage, bei der man «gerade noch mitmachen» könne. «Eine Rückweisung hätte zur Folge, dass das mühsam zusammengeschnürte Paket wieder geöffnet werden müsste», sagte er. Das hätte eine lange Verzögerung zur Folge.

Der Grosse Rat mochte sich aber unter den vorliegenden Vorgaben nicht auf eine Detailberatung einlassen. Mit 58 gegen 33 Stimmen und bei einer Enthaltung beschloss er, das Geschäft an die Kommission zurückzuweisen.

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