Frohsinn
Der Basler Humorkongress zeigt die Welt von ihrer heiteren Seite

«Lachen ist, wenn der Humor niest», meint Beat Hänni. Er ist einer der Organisatoren des Humorkongresses, der kommendes Wochenende in Basel stattfindet. Dieser dreht sich rund um das menschliche Empfinden von Heiterkeit und Humor.

Noemi Lea Landolt
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Alle Menschen haben Humor, sie müssen ihn nur finden und zulassen.

Alle Menschen haben Humor, sie müssen ihn nur finden und zulassen.

ZVG

Humor, aber hoch dosiert. Das erwartet die Besucher am Basler Humorkongress. 25 Fachpersonen zeigen Interessierten, wie Humor das Leben bereichern kann. Beat Hänni organisiert den Kongress mit.

Beat Hänni, uns erreichen täglich neue Bilder von Menschen auf der Flucht. Vergeht Ihnen da nicht der Humor?

Beat Hänni: Doch. Diese Nachrichten stimmen mich traurig und nachdenklich. Da ziehe ich eine Grenze. Für mich hat Humor hier keinen Platz. Am Humorkongress geht es aber auch nicht darum, das grosse Weltgeschehen zu hinterfragen.

Welche Art von Humor steht am Kongress im Vordergrund?

Wir setzen uns mit dem Humor auseinander, der in uns allen schlummert. Die Fähigkeit, Dinge nicht so ernst zu nehmen und sich selber nicht zu wichtig. Ich sage immer: ‹Humor ist, den Widrigkeiten des Alltags mit gelassener Heiterkeit entgegenzusehen.›

Haben alle Menschen Humor?

Ja, sie müssen ihn nur finden und zulassen.

Wo finden Sie Ihren Humor?

Überall. Das beginnt am Morgen. Ich muss heiter in den Tag starten. Was jemanden heiter macht, ist unterschiedlich: Für einige ist es der Geruch von Kaffee, andere stellt es auf, wenn sie sich am Morgen im Spiegel anlächeln.

Welche Situationen im Alltag stimmen Sie heiter?

Zum Beispiel, wenn ich beim Einkaufen in der Schlange stehe und vor mir jemand saure Gurken, Cremeschnitten und Hundefutter auf das Förderband legt.

Was haben Sie für einen Humor?

Mir wirft man vor, dass ich wenig lache. Für mich ist lachen alleine aber noch kein Humor. Lachen ist, wenn der Humor niest. Humor ist für mich ein Gefühl, ein inneres Lächeln. Mein Humor ist spontan, ich überlege nicht lange, jetzt humorvoll zu sein.

Wie geben Sie Ihren Humor weiter?

Seit meiner Frühpensionierung bin ich regelmässig in Altersheimen. Ich will in der Humorgruppe die Kommunikation unter den Bewohnern fördern und etwas gegen die Vereinsamung tun. Den Menschen zeigen, dass sie noch Humor haben.

Wie gelingt es Ihnen, diesen Humor aufzuwecken?

Indem ich nach heiteren Momenten frage. Jeder erinnert sich an lustige Anekdoten aus der Primarschule oder den ersten Kuss. Diese Momente versuche ich, in Erinnerung zu rufen.

Steht Ihnen der Humor auch manchmal im Weg?

Meine erste Beförderung haben sie mir ja nicht gegeben, weil wir es während der Arbeit immer recht heiter hatten. Die waren sich damals noch nicht bewusst, dass Humor produktiv macht.

Humorkongress 26./27. September im Congress Center Basel

www.humorkongress.ch