Tattoo

Der Bauchef sitzt schon auf einem der 7838 Plastikstühle des Open-Airs

Auf dem Kasernenareal sieht es nur auf den ersten Blick so aus, als könne das Basel Tattoo heute schon beginnen. Los gehts erst am 13. Juli. Bis zu diesem Zeitpunkt gibt es noch viel zu tun, wie Bauchef Andres Brütsch erklärt.

Das Gerüst der Tattoo-Tribüne steht, die 7838 Plastikstühle sind montiert und sogar ein paar Kesselpauken sind bereits neben dem Musikerdurchgang aufgereiht. Die Bauarbeiten auf dem Kasernenareal sind also schon fortgeschritten - das ist auch gut so, schliesslich beginnt das Basel Tattoo bereits in zwei Tagen. Doch der Schein trügt: Es ist noch viel zu tun, wie Bauchef Andreas Brütsch erklärt. Er steht hinter dem Band, das den Zutritt in die Arena versperrt. Soeben wurde die Bodenfläche dort mit schwarzem Strassenbelag gefärbt, der noch feucht ist.

«Telefonterror» alle paar Minuten

Brütsch nimmt sich für einen Baustellen-Rundgang Zeit, obwohl im Minutentakt sein Handy klingelt. Die freiwilligen Helfer und die 40 Soldaten, die sich um den Aufbau kümmern, haben immer wieder Fragen. «Neben der Tribüne hängt ein orangefarbenes Kabel hinunter. Das muss man noch verstecken», weist Brütsch einen Arbeiter freundlich, aber bestimmt an. Es laufe mit dem Aufbau alles nach Plan, sagt er, der diesen zum dritten Mal leitet.

Nur: «Die grösste Herausforderung besteht dieses Jahr darin, dass wir einen Tag weniger Zeit haben, weil die Premiere bereits am Freitag - ein Tag früher als bisher.» Man müsse die Arbeiten gut koordinieren, damit man aneinander vorbei komme, sagt Brütsch. Konkret heisst das, dass derzeit die Bodenplatten, über welche die Zuschauer in die Arena geführt werden, gleichzeitig verlegt werden, wie nebenan die Zelte aufgestellt und die Lichterketten in den Durchgängen gespannt werden.

Hoch oben am Gerüst an der Front der Tribüne seilt sich gerade ein Arbeiter ab. Einer der wichtigsten Jobs in den nächsten Tagen ist das Aufhängen schwarzer, dicker Tücher, die den Stahlbau rund um die Arena verdecken. Eine «Chüngeliarbeit», weil man keine Ecke vergessen darf, wie Brütsch ausführt. Eine Gruppe Soldaten hängt im Durchgang unter der Tribüne Lichterketten auf, Arbeiter Karim Sadok installiert deren Zuleitung. Bis zum Freitag müssen noch sechs Kilometer Stromkabel verlegt werden.

Geheimnis um VIP-Lounge

Brütsch bekommt wieder einen Anruf - ob er den Strassenbelag in der Arena kontrollieren könne. Dann meldet sich die Abfallentsorgung, dann die Polizei wegen einer Anlieferung. Was bereits funktionstüchtig ist, sind die WC-Anlagen, die in den letzten Wochen für Diskussionen gesorgt haben. Sie stehen wie letztes Jahr auf dem Rasen und nehmen acht Prozent der Grünfläche ein, wie der Bauleiter vorrechnet.

In der grossen Lounge neben der Arena jedoch herrscht noch Chaos - Leitern, Holzpaletten, Metallschienen türmen sich. In ein paar Tagen werden dort geladene Gäste essen und trinken. Mehr sagt Brütsch nicht, denn das Erscheinungsbild wird anders sein als in den letzten Jahren. Er will nicht zu viel verraten.
Bauchef Brütsch hat den Überblick über die Bauarbeiten auf dem Kasernenareal. Zumindest noch, wie er lachend sagt: «Natürlich spüre ich eine Anspannung, denn schliesslich weiss ich, dass am Freitag alles fertig sein muss. Und bis dahin kann noch viel Unvorhergesehenes passieren.»

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