Es ist Veranstaltern seit seiner Einführung Anfang 2015 ein Dorn im Auge: das Gesetz über den Einsatz von Mehrweggeschirr an Veranstaltungen. Insbesondere Ernst Mutschler, Mitorganisator des «Summerblues», Ehrenpräsident des Festivals «Em Bebbi sy Jazz» und FDP-Grossrat, wehrt sich seit Monaten gegen den Mehrweg-Zwang. Hauptgrund: die hohen Kosten. Nachdem Mutschler im vergangenen Jahr noch eine Gnadenfrist gewährt wurde, galt es in diesem Jahr ernst: Die Plastikbecher, welche nach dem Gebrauch in den Abfall wandern, mussten von der Bildfläche des «Summerblues» verschwinden. Daran haben sich die Organisatoren allerdings nur ein bisschen gehalten. Und einzig auf dem Theodorskirchplatz wiederverwendbare Bierbecher eingesetzt. Die Konsequenzen dürften den Bluesern allerdings kaum Kummer bereiten. Die Busse kostet gemäss Mutschler nämlich gerade mal 300 Franken. Das Anschaffen von Mehrweg-Geschirr hätte wohl mehrere tausend Franken verschlungen – erfahrungsgemäss kostet ein waschbarer Becher in der Anschaffung ein bis zwei Franken.

Einmalige Events profitieren

Musik in den Ohren zukünftiger Veranstalter? Das Amt für Wirtschaft und Umwelt (AUE) sieht dies anders. «Die 300 Franken sind keine Busse, sondern eine Kontrollgebühr», widerspricht AUE-Generalsekretärin Brigitte Meyer. Im Wiederholungsfall drohe eine Strafanzeige. Die Gefahr, dass bei diesem Preis insbesondere einmalige Veranstaltungen von der aktuellen Handhabe profitieren werden, sieht Meyer nicht gegeben. «Viele Veranstalter sehen das Mehrweg-Geschirr als ein Upgrade für ihren Event, und nicht als Auflage.» Dennoch: Auch «Em Bebbi sy Jazz» ging einen ähnlichen Weg. Zwar wanderte das Bier gemäss OK-Präsident Peter Eichenberger zumindest an vier Standorten in Mehrweg-Bechern über die Theken – so beispielsweise im Rosshof oder am Marktplatz. An anderen Orten hingegen kamen die von der Verwaltung ungeliebten Plastik-Becher zum Einsatz. Nichtsdestotrotz rechnet Eichenberger nicht mit einer Busse: «Wir hatten eine Vereinbarung mit dem Kanton getroffen. An diese haben wir uns gehalten.» Zudem hätten die Organisatoren Fotos vom Jazz-Abend gemacht. «Auf diesen sieht man: Das Festival war sehr sauber.» Meyer will dies nicht weiter kommentieren, sondern verweist auf eine Auswertungssitzung, die in den kommenden Tagen stattfinden soll. Sie gibt aber zu Bedenken: «Grundsätzlich gelten für alle die gleichen Bestimmungen und Konsequenzen.» Die nächste Runde im Mehrweg-Streit steht indes schon bevor. Die Regierung soll gemäss Quellen der bz das umstrittene Gesetz bald anpassen, sodass für manche Events Ausnahmen erteilt werden können. Der entsprechende Anzug befindet sich in Bearbeitung. Departementsvorsteher Christoph Brutschin wolle noch vor den Wahlen kommunizieren.