Premiere
Der Cirkus Knie verzaubert Basel mit einer exklusiven Show

Der National-Zirkus wusste sein Publikum an der Premiere in seine Bann zu ziehen. Vorallem die farbenprächtige Papageien-Nummer von Alessio Fochesato sorgt für eine Überrraschung. Auch die anderen Tiernummer als acuh die Akrobaten sind fantastisch.

Muriel Mercier
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Zirkus Knie erfreut mit einem exklusiven Programm
Die tonneschweren Elefanten Delhi, Ceylon und MaPalaj.
Die Tiernummern gehen ans Herz.
Die Akrobaten bringen das Publikum mit ihrem atemberaubenden Können zum Staunen.
Das «Duo You and Me» aus der Ukraine präsentiert ein eindrucksvolles, mit Leichtigkeit und Eleganz inszeniertes Programm.
Die farbenprächtigen Papageien und Sonnensittiche von Alessio Fochesat sorgten für die grösste Überraschung.
Die Aras fliegen frei ihre Kreise im Zirkuszelt.

bz Basellandschaftliche Zeitung

Ihre Erscheinung ist beeindruckend. Nicht nur, weil Delhi, Ceylon und MaPalaj ein paar Tonnen auf die Waage bringen, gleichzeitig aber leichtfüssig in die Manege traben. Die Elefanten haben bei ihrer Nummer definitiv das Sagen - mit grosser Freude, wie das Publikum zu spüren bekommt. Sie dürfen nämlich die drei Akrobaten-Brüder Fratelli Errani durch die Luft schleudern.

Einer der Dickhäuter stellt sich auf seine Hinterbeine, um auf Kommando von Franco Knie junior die Vorderbeine auf das Schleuderbrett sausen zu lassen. Ein Errani steht am Brett-Ende, spickt in die Luft und landet nach mehreren Saltos auf dem Rücken des zweiten Elefanten. Gleich folgt ihm der nächste Errani und landet seinem Bruder auf den Schultern. Spektakulär, einmalig und humorvoll ist die Nummer, die Franco Knie junior mit seinen Riesen einstudiert hat.

Am Ende stellen sich zwei der Tiere mit den Vorderbeinen auf den Rücken ihres Artgenossen vornedran und verabschieden sich unter tosendem Applaus.
Die bunten Flugtalente berühren

Überhaupt gehen die Tiernummern ans Herz. Für die grösste Überraschung sorgen die farbenprächtigen Papageien und Sonnensittiche von Alessio Fochesato. Die Aras fliegen frei ihre Kreise im Zirkuszelt, bevor sie auf den Stangen Platz nehmen.

Charmanter Papagei verschenkt Rosen

Fochesato flüstert den Flugkünstlern Kommandos zu, streichelt sie - und die Vögel machen Purzelbäume auf dem Boden oder legen sich flach auf die Hand des Italieners. Charmant sind sie auch, überbringt der rote mit seinem Schnabel einer Dame im Publikum glatt eine Rose.

Nicht zu vergessen sind die Pferdenummern, für die der Circus Knie bekannt ist. Géraldine Knie zeigt mit ihren Vollblutarabern eine stimmige Freiheitsdressur zu mystischen Klängen, genauso wie Mary-José Knie mit ihren beigen Achal-Tekkinern.

Später traben vier kräftige Rappen in die Manege mit vier Kamelen im Schlepptau. Farblich abgestimmt wie ein Schachbrett zeigen sie elegante Formationen. Dass ein Kamel keine Lust hat, sich am Ende auf den Boden niederzuknien, eines der Pferde sich dafür im Sägemehl suhlt, ist ein gelungener Abschluss der Nummer.

Kraftakt im Zeltdach ohne Netz

So unterhaltsam die Tiernummern sind. Die Akrobaten bringen das Publikum mit ihrem atemberaubenden Können zum Staunen. Angefangen mit den Bodenturnern Igor Gavva und Iuliia Palii aus der Ukraine. Das «Duo You and Me» erzählt eine Liebesgeschichte anhand eines mit Eleganz inszenierten Kraftakts. Spiderman, alias Super Silva aus Brasilien, hängt in 14 Meter Höhe nur an seinen Füssen kopfüber. Der Held der Lüfte springt ohne Sicherung von einem zum anderen Trapez.

Die Schlangenfrau Nina Burri aus Bern, die Luftakrobaten «The flying Girls from Pyongyang» und die zwölf Jungs von «Hebei Wuqiao Acrobatic Troupe» zeigen Unglaubliches. Letztere jonglieren auf Einrädern.

Zuccolinis Sprüche sitzen

Für die Komik sorgt Steve Eleky bei seinen Auftritten. Seine Einlagen sind banal - für den einen oder anderen im ersten Moment wohl gewöhnungsbedürftig. Aber gerade deswegen und wegen der Selbstironie des Ungarns bleibt kein Auge trocken.

Durch das Knie-Programm führt der Bündner Claudio Zuccolini. Die Kritiken, die er bisher in den Medien erhalten hat, waren nicht berauschend. Aber: So schlimm ist es nicht. Oder nicht mehr - das Programm des Komikers wurde gestrafft. Der 42-Jährige kokettiert mit seinem Herkunftskanton. Die Gags kommen beim Basler Publikum an.

Fazit des diesjährigen Knie-Programms Emotions: Es ist fantastisch.

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